Wie findest du diesen Fakt?
Stell dir vor, du gehst nachts durch den australischen Busch und stolperst über kleine, perfekt kantige Würfel. Keine Steine. Kein Spielzeug. Wombat-Kacke.
Wie zur Hölle geht das?
Lange dachte man, der Wombat-Po hätte vielleicht eine eckige Öffnung. Hat er nicht. Ein Team um die Forscherin Patricia Yang hat sich die Sache genauer angesehen (ja, das war wirklich ihr Job) und herausgefunden: Die Würfel entstehen im Darm.
Der Darm des Wombats ist nicht überall gleich elastisch. Manche Abschnitte sind steifer, andere dehnbarer. Während der Kot langsam durch die letzten Meter Darm wandert, drücken die unterschiedlich festen Bereiche ihn in Form, bis Kanten und Ecken entstehen. Dazu kommt, dass Wombats ihrem Essen extrem viel Wasser entziehen. Der Kot wird so trocken, dass er seine Form behält.
Für diese Entdeckung gab es 2019 den Ig-Nobelpreis, die Auszeichnung für Forschung, die einen erst lachen und dann nachdenken lässt.
Und wozu das Ganze?
Wombats markieren mit ihren Würfeln ihr Revier, gern auf Steinen oder Baumstämmen. Die Theorie: Würfel rollen nicht weg. Eine Kugel auf einem Felsen wäre beim nächsten Windstoß verschwunden, ein Würfel bleibt liegen und sagt allen anderen Wombats: Hier wohne ich.
Ein Wombat schafft übrigens 80 bis 100 Würfel pro Nacht. Die Natur ist manchmal einfach effizienter als jede Fabrik.
Was Ingenieure davon lernen wollen
Würfel herzustellen ist in der Industrie aufwendig: Man braucht Formen, Pressen oder Schneidwerkzeuge. Der Wombat macht es mit einem weichen Schlauch. Die Forschenden halten es für möglich, dass dieses Prinzip eines Tages bei der Herstellung von weichen Materialien hilft.
Damit ist auch geklärt, was du heute Abend auf die Frage „Was hast du heute gelernt?“ antwortest.