Wie findest du diesen Fakt?
Die meisten Planeten drehen sich wie ein Kreisel, der leicht schief steht. Uranus nicht. Er liegt praktisch auf der Seite und rollt um die Sonne wie eine Kugel über den Boden.
Ein Planet in Schräglage
Laut NASA ist die Achse von Uranus um 97,77 Grad geneigt. Zum Vergleich: Die Erde schafft gerade mal etwa 23 Grad. Der Äquator von Uranus steht damit fast im rechten Winkel zu seiner Umlaufbahn. Von außen sieht es so aus, als hätte jemand den Planeten umgeschubst.
Wie das passiert ist, weiß niemand sicher. Die NASA nennt als mögliche Ursache einen Zusammenstoß mit einem Objekt etwa so groß wie die Erde, irgendwann vor sehr langer Zeit. Danach ist Uranus einfach liegen geblieben.
Sommer für ein halbes Leben
Für eine Runde um die Sonne braucht Uranus rund 84 Erdjahre. Weil er so schief steht, zeigt mal der eine, mal der andere Pol fast direkt zur Sonne. Laut Guinness World Records hält Uranus deshalb den Rekord für die längste Phase aus Tag und Dunkelheit aller Planeten im Sonnensystem: Jeder Pol bekommt 42 Jahre am Stück Sonnenlicht und danach 42 Jahre durchgehend Nacht.
Stell dir vor, du wirst am Nordpol von Uranus geboren, wenn gerade die Sonne aufgeht. Dann bist du Anfang 40, bevor du zum ersten Mal einen Sonnenuntergang erlebst. Und Silvester müsste man sich dort wirklich gut überlegen.
Laut NASA hat Uranus deshalb die extremsten Jahreszeiten im ganzen Sonnensystem. Ein Tag, also eine Drehung um die eigene Achse, dauert dagegen nur etwa 17 Stunden. Bloß merkt man davon am Pol nichts, weil die Sonne dort einfach am Himmel kreist, statt unterzugehen.
Bonusfakt: William Herschel entdeckte Uranus 1781 und hielt ihn zuerst für einen Kometen oder einen Stern.
Die Erde hat Jahreszeiten. Uranus hat Lebensabschnitte.