Wie findest du diesen Fakt?
Wenn dir die Sonne ins Gesicht scheint, ist dieses Licht gerade mal ein paar Minuten unterwegs gewesen. Die Geschichte dahinter ist allerdings viel älter.
Der schnelle Teil der Reise
Die Erde ist im Schnitt etwa 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Licht schafft rund 300.000 Kilometer pro Sekunde. Laut BBC Sky at Night Magazine ergibt das eine Reisezeit von ungefähr 8 Minuten und 20 Sekunden. Weil die Erdbahn leicht oval ist, schwankt das zwischen etwa 8 Minuten 10 Sekunden und 8 Minuten 27 Sekunden.
Heißt auch: Wenn die Sonne plötzlich verschwinden würde, würdest du es erst gut 8 Minuten später merken.
Der Stau im Inneren
Der lange Teil kommt vorher. Die Energie der Sonne entsteht tief in ihrem Kern durch Kernfusion. Von dort bis zur Oberfläche ist es zwar viel kürzer als bis zur Erde, aber der Weg ist komplett verstopft. Das Innere der Sonne ist so dicht, dass Licht nicht einfach hindurchsausen kann.
Laut NASA wird ein Lichtteilchen auf seinem Weg nach außen immer wieder von Atomen geschluckt und neu ausgesendet, jedes Mal in eine zufällige Richtung. Die NASA nennt das einen „betrunkenen Spaziergang“. Statt geradeaus geht es im Zickzack hin und her, vor und zurück. Am Ende dauert diese Reise laut NASA Zehntausende Jahre, die Agentur nennt etwa 40.000 Jahre. Das BBC Sky at Night Magazine spricht von Tausenden oder sogar Zehntausenden Jahren. Die genauen Schätzungen gehen also auseinander, aber es sind auf jeden Fall Jahrtausende.
Genau genommen ist es dabei nicht dasselbe Teilchen, das ankommt, sondern die Energie, die immer weitergereicht wird. Das Ergebnis bleibt trotzdem irre: Die Wärme auf deiner Haut hat sich ihren Weg aus der Sonne gebahnt, vor Tausenden von Jahren.
Bonusfakt: Laut NASA legt das Licht nach dem Austritt aus der Sonne rund 93 Millionen Meilen bis zur Erde zurück, das sind etwa 150 Millionen Kilometer.
Acht Minuten Sprint nach Jahrtausenden im Stau. Klingt nach Berufsverkehr.