Wie findest du diesen Fakt?
Die Sonne gilt als Inbegriff von Hitze. Doch ein ganz normales Sommergewitter schlägt sie locker, zumindest für einen Wimpernschlag. Im Blitzkanal wird die Luft schlagartig auf bis zu 30.000 °C erhitzt. Die Oberfläche der Sonne bringt es auf rund 5.500 °C. Ein Blitz ist damit grob fünfmal so heiß.
Warum die Luft so heiß wird
Streng genommen hat ein Blitz selbst gar keine Temperatur. Er ist elektrische Ladung, die sich bewegt. Heiß wird die Luft, durch die er sich seinen Weg bahnt. Luft leitet Strom nämlich ziemlich schlecht. Wenn trotzdem gewaltige Ladungsmengen hindurchschießen, heizt sich der schmale Kanal extrem auf.
Der US-Wetterdienst National Weather Service nennt rund 50.000 Grad Fahrenheit, das sind knapp 28.000 °C. Auch er kommt zu dem Schluss: etwa fünfmal heißer als die Sonnenoberfläche.
Lange hält das nicht an. Die eigentliche Hauptentladung ist nach winzigen Bruchteilen einer Sekunde vorbei. Was du als einen einzigen Blitz wahrnimmst, besteht oft aus mehreren Entladungen kurz hintereinander. Deshalb scheint er zu flackern.
Donner ist ein Hitzeknall
Diese plötzliche Hitze hat eine Folge, die du sogar hörst. Die extrem aufgeheizte Luft dehnt sich explosionsartig aus. Dabei entsteht eine Druckwelle, und genau die kommt als Donner bei dir an. Ein Gewitter ist also im Grunde ein Feuerwerk aus Elektrizität und überhitzter Luft.
Dass der Donner meist erst nach dem Blitz kommt, liegt daran, dass Licht viel schneller unterwegs ist als Schall. Je länger die Pause, desto weiter weg ist das Gewitter.
Schlägt ein Blitz in einen Baum ein, kann das Wasser im Holz so schnell verdampfen, dass die Rinde abplatzt oder der Stamm regelrecht explodiert.
Die Sonne leuchtet ununterbrochen, ein Blitz nur für einen Augenblick. Aber in diesem Augenblick hat er die Nase vorn. Nicht schlecht für ein bisschen Wetter.