Wie findest du diesen Fakt?
Ananas auf Pizza: Kaum ein Belag spaltet Freundeskreise so zuverlässig. Aber egal, auf welcher Seite du stehst, eine Sache stimmt beim Namen nicht. Die Pizza Hawaii hat mit Hawaii praktisch nichts zu tun. Erfunden wurde sie in Kanada.
Ein Grieche in Ontario
Sam Panopoulos wurde 1934 in Griechenland geboren und kam 1954 mit 20 Jahren nach Kanada. Zusammen mit seinen Brüdern betrieb er das Satellite Restaurant in Chatham in der Provinz Ontario. Und die Brüder probierten in der Küche gern Neues aus.
1962 legte Panopoulos zum ersten Mal Dosenananas auf eine Pizza. Seine Begründung, zitiert von ABC News: „Wir haben es einfach draufgelegt, nur zum Spaß, um zu sehen, wie es schmeckt. Wir waren jung im Geschäft und haben viel experimentiert.“
Inspiriert war die Idee unter anderem von der kanadisch-chinesischen Küche, in der Süßes und Saures ständig kombiniert werden. Warum also nicht auch auf Pizza?
Der Name kam von der Dose
Und Hawaii? Das stand schlicht auf der Verpackung. Panopoulos bezog seine Ananas von der Hawaiian Pineapple Company und benannte die Pizza nach der Marke. Mit hawaiianischer Küche hatte die Kreation nichts zu tun.
Anfangs war die Kundschaft skeptisch, die Kombination kam nicht sofort gut an. Erst nach und nach setzte sie sich in der Gegend durch und ging später um die ganze Welt.
Eine Pizza, die Geschichte schrieb
Das US-Magazin Time setzte die Hawaii 2014 sogar auf Platz 1 seiner Liste der „13 Most Influential Pizzas of All Time“. Geliebt wird sie trotzdem nicht von allen.
Laut einer YouGov-Umfrage von 2019 zählten 12 Prozent der US-Amerikaner Ananas zu ihren drei liebsten Pizzabelägen, aber 24 Prozent zu ihren unbeliebtesten.
Panopoulos verkaufte das Restaurant 1980 und starb 2017. Seine Erfindung lebt in Tiefkühltruhen und Pizzerien auf der ganzen Welt weiter, und mit ihr der ewige Streit. Am Ende bleibt nur eine Frage, die niemand je klären wird: Ananas, ja oder nein?