Wie findest du diesen Fakt?
Stell dir vor, dein Wohnzimmer wäre mit Luftpolsterfolie tapeziert. Klingt nach einem schlechten Witz, war aber 1957 ein ernst gemeinter Plan. Und genau aus diesem Fehlschlag ist eines der beliebtesten Verpackungsmaterialien der Welt entstanden.
Zwei Duschvorhänge und eine Idee
Die beiden Ingenieure Alfred Fielding und Marc Chavannes wollten in den USA eine neue Art von Tapete erfinden. Eine aus Kunststoff, mit plastischer Struktur, modern, leicht zu reinigen. Laut Smithsonian Magazine zielten sie damit auf die junge, stilbewusste Beat-Generation.
Für ihren Versuch schickten sie zwei Stücke Duschvorhang durch eine Heißsiegelmaschine. Heraus kam aber keine elegante Wandverkleidung, sondern eine Folie voller eingeschlossener Luftblasen. Als Tapete wollte das niemand haben.
Plan B, Plan C, Plan IBM
Die Erfinder gaben nicht auf und suchten neue Einsatzzwecke. Einer davon war Isolierung für Gewächshäuser. Auch das funktionierte nicht richtig.
1960 gründeten sie die Firma Sealed Air, und dann kam der Durchbruch von unerwarteter Seite: IBM brachte gerade den Computer IBM 1401 auf den Markt. Die empfindlichen Geräte mussten heil beim Kunden ankommen. Die Luftblasenfolie war genau die richtige Lösung. „Das war die Antwort auf die Probleme von IBM“, sagt Chad Stephens von Sealed Air im Smithsonian Magazine.
Ab da ging es steil bergauf. Verpackung statt Wanddeko, Schutzpolster statt Designerstück.
Warum Ploppen so zufrieden macht
Heute steht Luftpolsterfolie in jedem Versandlager und in vielen Kellern. Viele Leute lieben vor allem das Geräusch, wenn die Blasen platzen. Aus der Tapete, die niemand wollte, wurde ein Stressabbau-Spielzeug, das fast jeder kennt. Es gibt sogar Plopp-Spielzeug aus Silikon, das genau dieses Gefühl nachahmt.
Fielding und Chavannes erhielten für ihre Arbeit insgesamt 6 Patente, vor allem für Verfahren zum Prägen und Laminieren von Kunststoff.
Manchmal ist der größte Erfolg einfach das, was übrig bleibt, wenn der eigentliche Plan scheitert. Hier sogar mit Soundeffekt.