Wie findest du diesen Fakt?
Frag ein paar Leute, wofür „Wi-Fi“ steht, und du hörst wahrscheinlich: „Wireless Fidelity“. Klingt logisch, ist aber falsch. Wi-Fi ist keine Abkürzung. Der Name bedeutet schlicht gar nichts.
Ein Name aus der Markenagentur
Ende der 1990er hatte die Funktechnik ein Imageproblem. Ihr offizieller Name lautete „IEEE 802.11b Direct Sequence“. Nicht gerade etwas, das man auf eine Verpackung druckt.
Also beauftragte der Herstellerverband, damals noch WECA genannt und heute als Wi-Fi Alliance bekannt, 1999 die Markenagentur Interbrand. Die schlug 10 mögliche Namen vor. Gründungsmitglied Phil Belanger und seine Kollegen entschieden sich für „Wi-Fi“. Interbrand entwarf auch gleich das Logo, das an ein Yin-und-Yang-Symbol erinnert.
Warum gerade dieser Name? Er klingt wie „Hi-Fi“, also High Fidelity aus der Musiktechnik. Der Gedanke dahinter: Wer den Namen hört, denkt automatisch an gute Qualität.
Die Erklärung, die keine war
Einigen im Verband war das unheimlich. Ein Markenname ohne Bedeutung? Das würde doch niemand akzeptieren. Also bekam Wi-Fi anfangs einen Slogan verpasst: „The Standard for Wireless Fidelity“.
Belanger hält das rückblickend für einen Fehler. Der Zusatz habe die Leute nur verwirrt und die Marke verwässert. „Wireless Fidelity“ sei nur ein ungeschickter Versuch gewesen, zwei Wörter zu finden, die zu „Wi“ und „Fi“ passen. Sein Fazit ist eindeutig: „Wi-Fi ist keine Abkürzung. Es gibt keine Bedeutung.“
Der Slogan verschwand zwar bald wieder, die Legende aber nicht. Sie hält sich bis heute hartnäckig in Quizfragen, Foren und Partygesprächen.
Laut Mental Floss bezeichnet sogar das Oxford English Dictionary die Erklärung „Wireless Fidelity“ als „spurious“, also unecht.
Ganz unschuldig sind die Erfinder an dem Missverständnis also nicht. Sie haben die falsche Erklärung selbst in die Welt gesetzt. Und Wi-Fi bleibt, was es von Anfang an war: ein Wort, das einfach gut klingt.