Wie findest du diesen Fakt?
Jedes Mal, wenn du eine Speisekarte oder ein Konzertticket scannst, nutzt du eine Idee, die an einem Go-Brett in der Mittagspause entstanden ist.
Ein Barcode-Problem in der Autofabrik
Anfang der 1990er verfolgten japanische Autohersteller ihre Bauteile mit klassischen Strichcodes. Laut ANZ passten darauf nur etwa 20 alphanumerische Zeichen, ein einziges Bauteil brauchte deshalb teils bis zu 10 Stück davon. 1992 machte sich Masahiro Hara, Ingenieur bei Denso, einem Unternehmen der Toyota-Gruppe, auf die Suche nach etwas Besserem.
Schwarze und weiße Steine
Die Inspiration lag quasi auf dem Mittagstisch. „Ich habe in meiner Mittagspause immer Go gespielt“, erzählte Hara ANZ. Go spielt man mit schwarzen und weißen Steinen auf einem Gitter aus 19 mal 19 Linien, und Hara erkannte, dass so ein Muster Informationen tragen kann.
IEEE Spectrum beschreibt noch eine zweite Lektion aus dem Spiel: Man erkennt die Position eines Steins auch dann, wenn er etwas neben dem Kreuzungspunkt liegt. Diese Toleranz baute Hara mit doppelt abgelegten Daten in den Code ein. Deshalb lässt sich ein QR-Code noch lesen, wenn 30 Prozent davon verschmutzt oder beschädigt sind.
Ein Hochhaus in jeder Ecke
Der Code musste sich außerdem vom Text drumherum abheben. Bei einer Zugfahrt fiel Hara ein hohes Gebäude auf, das aus seiner Umgebung herausstach. Daraus wurden die quadratischen Kästchen in den Ecken des Codes. Das richtige Verhältnis von Schwarz und Weiß dafür zu finden, kostete drei Monate Tests. Gewonnen hat 1:1:3:1:1.
1994 stellte Denso den QR-Code vor. Laut Hara fasst er bis zu 7.087 Ziffern. Denso behielt seine Patente, setzte sie aber nicht durch, berichtet ANZ, und so konnten andere Firmen den Code frei nutzen. So schaffte er es weit über die Fabrikhalle hinaus.
Bonusfakt: QR steht für „Quick Response“, also schnelle Antwort, weil der Code schnell lesbar sein sollte.
Die Quadrate auf deinem Zugticket verdanken also einiges einem jahrtausendealten Brettspiel und einer gut genutzten Mittagspause.