Wie findest du diesen Fakt?
Wenn deine App abstürzt, heißt es: „Da ist ein Bug drin.“ Das klingt nach Fachjargon, aber einmal war der Bug ganz wörtlich gemeint. 1947 steckte in einem Computer der Harvard University eine echte Motte.
Ein Insekt im Relais
Der Rechner hieß Mark II und war eine riesige Maschine voller elektromechanischer Relais, also kleiner Schalter, die klickend auf- und zugehen. Als er Probleme machte, suchten die Techniker nach der Ursache und fanden eine Motte, die in einem Relais feststeckte.
Sie zogen das Tier heraus und klebten es mit Klebeband ins Logbuch der Maschine. Daneben notierten sie: „First actual case of bug being found.“ Auf Deutsch etwa: erster tatsächlicher Fall, in dem ein Käfer gefunden wurde.
Die Seite mit der Motte ist bis heute erhalten. Das Logbuch gehört zur Sammlung des National Museum of American History der Smithsonian Institution in Washington.
Der Witz funktioniert nur, weil es das Wort schon gab
Jetzt kommt der Haken an der Legende: Die Motte war nicht der Ursprung des Begriffs. Der Vermerk ist ein Wortspiel. „First actual case“ ergibt nur Sinn, wenn „Bug“ für technische Fehler schon gebräuchlich war.
Und das war es. Thomas Edison schrieb bereits 1878 in Briefen von „Bugs“, wenn er kleine Fehler und Macken in seinen Erfindungen meinte. Die Techniker an der Mark II kannten den Ausdruck also und hatten plötzlich einen Bug, den man anfassen konnte.
Grace Hopper machte die Geschichte berühmt
Bekannt gemacht hat die Geschichte vor allem Grace Hopper. Die Mathematikerin und Computerpionierin arbeitete 1947 im Team der Mark II und erzählte die Anekdote später gern. Das Logbuch war allerdings nicht ihres, und die Motte fand ein Techniker aus ihrem Team.
Hopper und ihr Umfeld trugen jedenfalls dazu bei, dass „Bug“ und „Debugging“ zu festen Begriffen der Informatik wurden.
Grace Hopper machte bei der US Navy Karriere und stieg bis zum Rang eines Rear Admiral auf, also Konteradmiralin.
Heute zerquetscht niemand mehr Motten in Relais. Debuggen heißt der Job trotzdem noch.