Wie findest du diesen Fakt?
Du tippst es wahrscheinlich jeden Tag, ohne darüber nachzudenken: das @ in jeder E-Mail-Adresse. Dass es dort steht, verdanken wir einem Ingenieur namens Ray Tomlinson. 1971 schickte er die erste E-Mail von einem Computer zu einem anderen.
Nachrichten gab es schon, nur nicht übers Netz
Tomlinson arbeitete bei der Firma Bolt, Beranek and Newman, kurz BBN, in der Nähe von Boston. Deren Rechner hingen am ARPANET, dem Vorläufer des Internets. Nachrichten an andere Nutzer desselben Computers konnte man damals schon verschicken, zum Beispiel mit einem Programm namens SNDMSG.
Tomlinson hatte eine bessere Idee. Er kombinierte SNDMSG mit Code aus CPYNET, einem Programm zum Übertragen von Dateien. So konnten Nachrichten zum ersten Mal zwischen verschiedenen Computern im Netzwerk reisen.
Der erste Test war ziemlich unspektakulär. Die beiden Rechner vom Typ PDP-10 standen direkt nebeneinander in seinem Büro, laut NPR nur etwa drei Meter voneinander entfernt. Was in der allerersten Mail stand, weiß niemand mehr, nicht mal Tomlinson selbst. Vielleicht so etwas wie „QWERTYUIOP“. Er meinte später sinngemäß, die erste E-Mail sei völlig vergessenswert gewesen und deshalb vergessen.
Warum ausgerechnet das @
Damit eine Nachricht ihr Ziel findet, braucht sie zwei Angaben: wer sie bekommt und auf welchem Rechner. Tomlinson brauchte ein Zeichen, das beides trennt. Das @ passte perfekt, weil es in Nutzernamen nicht vorkam und sonst kaum gebraucht wurde. Außerdem ergibt es auf Englisch Sinn: Nutzer at Rechner. Tomlinson nannte es „die einzige Präposition auf der Tastatur“.
2010 nahm das Museum of Modern Art in New York das @ in seine Sammlung für Architektur und Design auf.
Tomlinson starb 2016 mit 74 Jahren. Er kam in die Internet Hall of Fame und bezeichnete sich trotzdem als „Luddite“, also als Technikmuffel. Der Mann hinter der E-Mail war selbst kein Gadget-Fan. Das hat Stil.