Und ja, das stimmt wirklich.

Gehirn & Psyche
WTF?!
Gehirn & Psyche Fakt #202

Menschen boten 63 Prozent mehr für eine IKEA-Box, nur weil sie sie selbst aufgebaut hatten

In einem Experiment von Norton, Mochon und Ariely boten Leute, die eine IKEA-Box selbst aufgebaut hatten, im Schnitt 78 Cent dafür, Leute ohne Bauarbeit nur 48 Cent für dieselbe Box: ein Aufschlag von 63 Prozent.

19. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit · 3 Quellen

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Welche Zahl gehört in die Lücke?

Menschen boten ___ Prozent mehr für eine IKEA-Box, nur weil sie sie selbst aufgebaut hatten

Dein Urteil

Wie findest du diesen Fakt?

Kennst du das leicht schiefe Regal, das du selbst zusammengeschraubt hast und gegen kein besseres tauschen würdest? Für dieses Gefühl gibt es in der Psychologie einen Namen: den IKEA-Effekt.

Gleiche Box, zwei Preise

In einem Arbeitspapier von 2011 haben Michael Norton von der Harvard Business School, Daniel Mochon und Dan Ariely getestet, wie viel Menschen Dinge wert sind, die sie selbst zusammenbauen. Im ersten Experiment ging es bei 52 Teilnehmenden um eine einfache IKEA-Box. Ein Teil baute sie selbst auf, der andere Teil durfte sich nur eine fertige Box ansehen.

Danach konnten alle auf die Box bieten. Die Selbstbauer boten im Schnitt 78 Cent, die anderen 48 Cent. Das ist ein Aufschlag von 63 Prozent für exakt dasselbe Produkt. Die Selbstbauer mochten die Box auch mehr: Auf einer 7-Punkte-Skala gaben sie ihr im Schnitt 3,81, die anderen 2,50.

Dein Origami ist kein Meisterwerk

Danach ging das Team zum Origami über. Laien, die selbst eine Figur gefaltet hatten, boten im Schnitt 23 Cent für ihr eigenes Werk. Andere Teilnehmende boten für genau dieselben Stücke nur 5 Cent. Die Macher schätzten ihre Arbeit also fast fünfmal so hoch ein wie alle anderen.

Es wird noch besser. Für Origami von einem Profi wollten die Unbeteiligten 27 Cent zahlen. Die Laien bewerteten ihre eigenen ungelenken Falten also ungefähr so hoch wie Profiarbeit. Laut der Studie erwarteten sie außerdem, dass andere das genauso sehen.

Bonusfakt: Der Effekt braucht ein Happy End. In einem Lego-Experiment schätzten Leute, die ein Set gebaut hatten und es danach wieder zerlegen mussten, es nicht mehr deutlich höher ein als das Set von jemand anderem. Und in einem zweiten IKEA-Test boten Leute, die vor den letzten zwei Schritten gestoppt wurden, im Schnitt 59 Cent, wer fertig bauen durfte, dagegen 1,46 Dollar.

Arbeit macht verliebt

Der Untertitel der Studie bringt es auf den Punkt: „When labor leads to love“, also etwa „Wenn Arbeit zu Liebe führt“. Der Effekt betraf auch nicht nur Heimwerker-Fans. Er zeigte sich ebenso bei Leuten, die nach eigener Aussage wenig für Do-it-yourself übrighaben.

Dein schiefes Regal ist für niemanden sonst mehr wert. Für dich schon, weil dein Schweiß drinsteckt.

Die Beweise

  1. 1Harvard DASH: The IKEA Effect: When Labor Leads to Love
  2. 2SSRN: The 'IKEA Effect': When Labor Leads to Love
  3. 3Smithsonian Magazine: Ikea Makes Us All Feel Like Master Carpenters

Wie WTF ist das?

Zieh den Regler und sag uns, wie sehr dich der Fakt umhaut.

5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine