Und ja, das stimmt wirklich.

Survival
WTF?!
Survival Fakt #073

Die Bajau haben eine rund 50 Prozent größere Milz, und das steckt wohl in ihren Genen

Bei den Bajau, den „Seenomaden“ Südostasiens, ist die Milz im Schnitt rund 50 Prozent größer als bei ihren Nachbarn, vermutlich durch natürliche Selektion.

22. September 2026 · 2 Min. Lesezeit · 3 Quellen

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Die meisten Menschen schaffen beim Luftanhalten ungefähr eine Minute. Die Bajau verbringen dagegen einen Großteil ihres Arbeitstags unter Wasser. Und ihr Körper scheint sich darauf eingestellt zu haben, bis hinein in die Gene.

Ein Leben auf dem Meer

Die Bajau werden oft „Seenomaden“ genannt. Seit rund 1000 Jahren leben sie in den Gewässern zwischen den Philippinen, Malaysia und Indonesien. Traditionell tauchen sie nach Fischen und Meerestieren, in langen Schichten und mit einfacher Ausrüstung. Laut Auswertungen verbringen manche von ihnen etwa 60 Prozent ihres Arbeitstags unter Wasser.

Die Genetikerin Melissa Ilardo wollte wissen, warum. Sie reiste nach Indonesien, lernte die Gemeinschaft kennen und maß dann mit einem tragbaren Ultraschallgerät die Milz von Bajau und von Saluan, einem verwandten Volk, das an Land lebt.

Die Milz als Sauerstofftank

Warum ausgerechnet die Milz? Beim Tauchen springt im Körper ein Reflex an: Die Milz zieht sich zusammen und schiebt zusätzliche rote Blutkörperchen voller Sauerstoff in den Kreislauf. Eine größere Milz bedeutet also mehr Reserve. Robben, die tief tauchen, haben ebenfalls auffällig große Milzen.

Das Ergebnis der Studie, 2018 im Fachjournal Cell erschienen: Die Milz der Bajau ist im Schnitt rund 50 Prozent größer als die der Saluan. Der entscheidende Hinweis: Auch Bajau, die gar nicht tauchen, hatten größere Milzen. Training allein kann es also kaum erklären.

Die Spur führt zu einem Gen

Im Erbgut fanden die Forschenden 25 Stellen, an denen sich die Bajau deutlich von den Vergleichsgruppen unterschieden. Eine davon liegt im Gen PDE10A. Varianten dort hängen mit einer größeren Milz zusammen. Bei Mäusen beeinflusst das Gen ein Schilddrüsenhormon, das die Größe der Milz steuert.

Eine Folgestudie von 2021 zeigte: Mäuse mit weniger PDE10A-Protein entwickelten tatsächlich größere Milzen, passend zu dem, was man bei den Bajau beobachtet hatte.

Ganz abgeschlossen ist die Sache nicht. Fachleute weisen darauf hin, dass mehr Daten nötig sind, um sicher zu belegen, dass die Genvariante, die große Milz und die Tauchkünste ursächlich zusammenhängen. Trotzdem gilt der Fall als eines der seltenen Beispiele, bei denen man natürliche Selektion beim modernen Menschen so konkret beobachten kann.

Evolution passiert eben nicht nur im Lehrbuch, sondern auch mitten im Ozean.

Die Beweise

  1. 1National Geographic: 'Sea Nomads' Are First Known Humans Genetically Adapted to Diving
  2. 2ScienceDaily: Natural selection gave a freediving people in Southeast Asia bigger spleens
  3. 3Science Feedback: Research suggests that a particular mutation related to larger spleen size provides the Bajau people from Southeast Asia with remarkable diving skills

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5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine