Wie findest du diesen Fakt?
Wie viel Wasser passt in einen See? Beim Baikalsee in Sibirien lautet die Antwort: unvorstellbar viel. Er hält gleich mehrere Weltrekorde.
Tiefer als jeder andere See
Der Baikalsee liegt im Süden Sibiriens in Russland. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN ist er bis zu 1.638 Meter tief. Damit ist er der tiefste See der Erde. Würde man ein Hochhaus nach dem anderen hineinstapeln, bräuchte man Dutzende, um vom Grund bis zur Oberfläche zu kommen.
Laut UNESCO, die den See als Weltnaturerbe schützt, ist er außerdem rund 25 Millionen Jahre alt. Das macht ihn zum ältesten See der Welt. Die meisten Seen sind dagegen erst nach der letzten Eiszeit entstanden und viel jünger.
Ein Fünftel des Süßwassers
Der beeindruckendste Rekord betrifft die Wassermenge. Laut UNESCO enthält der Baikalsee rund 20 Prozent des nicht gefrorenen Süßwassers der Erde. Etwa jeder fünfte Liter flüssiges Süßwasser auf dem Planeten liegt also in diesem einen See.
Das liegt vor allem an seiner enormen Tiefe. An der Oberfläche wirkt er gar nicht so riesig, doch nach unten geht es weit hinab.
Bonusfakt: Im Baikalsee leben laut IUCN rund 2.640 Tierarten. Etwa 56 Prozent davon kommen nur dort vor und nirgendwo sonst auf der Welt.
Berühmt ist zum Beispiel die Baikalrobbe. Sie ist eine der wenigen Robbenarten, die ausschließlich im Süßwasser lebt.
Durch sein hohes Alter hatten Tiere und Pflanzen am Baikal sehr viel Zeit, sich an die besonderen Bedingungen anzupassen. So sind über Millionen Jahre viele Arten entstanden, die nur hier vorkommen.
Im Winter friert der See zu. Dann fahren Menschen auf dem Eis Schlittschuh, Rad oder sogar Auto. Unter ihnen liegt mehr als ein Kilometer Wasser. Ein See, der auch als kleines Meer durchgehen würde.