Wie findest du diesen Fakt?
Ein heftiger Herbststurm in Deutschland bringt vielleicht Böen von 120 km/h. Dann fallen Bäume um und Dachziegel fliegen. Jetzt stell dir einen Wind vor, der mehr als dreimal so schnell ist.
Der Rekordwind
Am 10. April 1996 zog der tropische Wirbelsturm Olivia über die Nordwestküste Australiens. Auf der kleinen Insel Barrow Island stand eine Messstation mit einem Anemometer, einem Gerät, das Windgeschwindigkeiten misst.
Laut Guinness World Records zeichnete es dabei eine Böe von 408 Kilometern pro Stunde auf. Das ist laut Guinness die höchste Windgeschwindigkeit, die je auf der Erde gemessen wurde und nicht zu einem Tornado gehörte.
Erst Jahre später bestätigt
Bekannt wurde der Rekord lange nicht. Laut Guinness prüfte ein Gremium der Weltorganisation für Meteorologie die Messung erst später und bestätigte sie 2010 offiziell. Das Gremium stellte fest, dass das Anemometer einwandfrei funktionierte und die Böe statistisch plausibel war.
Die australische Wetterbehörde BoM führt Olivia in ihrem Archiv als schweren tropischen Wirbelsturm.
Bonusfakt: 408 km/h sind schneller als die Spitzengeschwindigkeit vieler Sportwagen. Ein Mensch hätte bei so einem Wind keine Chance, sich auf den Beinen zu halten.
Warum wurde die Böe gerade auf Barrow Island gemessen? Wirbelstürme sind riesig, aber Messstationen gibt es nur an wenigen Orten. Dass Olivia ausgerechnet über eine Station zog, war ein Glücksfall für die Wissenschaft. In vielen anderen Stürmen könnte es ähnlich starke Böen gegeben haben, die einfach niemand gemessen hat.
Barrow Island ist übrigens eine Insel, auf der Erdöl und Gas gefördert werden. Deshalb stand dort überhaupt eine Messstation.
Zum Glück erleben die meisten Menschen solche Winde nie. Ein ordentlicher Herbststurm reicht schon, um Regenschirme umzuklappen.