Wie findest du diesen Fakt?
Manche Kunstwerke sind berühmt, weil sie schön sind. Dieses hier ist berühmt, weil es ständig verschwindet.
Der „Rembrandt zum Mitnehmen“
In der Dulwich Picture Gallery im Süden Londons hängt ein kleines Porträt von Rembrandt aus dem Jahr 1632. Es zeigt Jacob de Gheyn III, einen niederländischen Kupferstecher. Ein eher unscheinbares Bild, wäre da nicht seine Kriminalakte.
Das Gemälde wurde 4-mal gestohlen, zuletzt 1983. Viermal verschwand es also aus derselben Galerie, und viermal fand es den Weg zurück. Das hat ihm einen Spitznamen eingebracht, den Museumsleute vermutlich nicht so gern hören: „Takeaway Rembrandt“, also Rembrandt zum Mitnehmen. Laut „The Art Newspaper“ hält es einen Eintrag bei Guinness World Records für die meisten erfassten Diebstähle eines einzelnen Gemäldes. „Londonist“ nennt es das meistgestohlene Bild der Welt.
Jedes Mal tauchte es wieder auf und landete zurück an seiner Wand. Deshalb kann man es heute noch besuchen.
Der nächste Versuch 2019
Ganz vorbei ist die Geschichte nicht. Im November 2019 brachen Unbekannte spätabends in die Galerie ein und versuchten, zwei Gemälde aus der Ausstellung „Rembrandt’s Light“ mitzunehmen. Die Sicherheitssysteme schlugen an, Wachleute griffen ein, die Polizei kam schnell.
Beide Bilder wurden noch auf dem Gelände sichergestellt. Der Täter entkam allerdings.
Bonusfakt: Ausgerechnet der „Rembrandt zum Mitnehmen“ war 2019 nicht betroffen. Er hing nicht in der Ausstellung.
Warum ausgerechnet dieses Bild so beliebt bei Dieben war? Vermutlich, weil es klein ist und ein echter Rembrandt. Eine gefährliche Kombination: leicht unter einen Mantel zu stecken und trotzdem ein Vermögen wert. Dass es danach praktisch unverkäuflich ist, weil jeder Händler es sofort erkennt, scheint die Diebe nicht abgeschreckt zu haben.
Andere Gemälde haben einen Stammplatz. Dieses hier hat eher eine Stammkundschaft.