Wie findest du diesen Fakt?
Den Eiffelturm kann man nicht kaufen. Das wissen wir heute. Ein Pariser Schrotthändler wusste es 1925 offenbar nicht, und Victor Lustig wusste das auszunutzen.
Eine Zeitungsmeldung als Geschäftsidee
Im Mai 1925 las Lustig, ein Hochstapler, der sich gern „Graf“ nannte, in einer Pariser Zeitung einen Artikel: Der Eiffelturm sei in schlechtem Zustand, die Instandhaltung teuer. Für Lustig klang das nach einer Chance.
Er ließ Briefpapier fälschen, das ihn als hohen Beamten des Ministeriums für Post und Telegrafie auswies. Dann lud er Schrotthändler zu einem vertraulichen Treffen in ein Hotel ein. Laut „Mental Floss“ waren es fünf. Seine Geschichte: Die Regierung wolle den Turm abreißen und das Metall verkaufen, natürlich streng geheim, um keinen Aufruhr in der Stadt auszulösen.
Zu peinlich für die Polizei
Den Zuschlag bekam ein Händler namens André Poisson. Er bezahlte, und obendrein zahlte er Lustig noch ein Bestechungsgeld, damit der Deal auch sicher klappte. Dann war Lustig weg, abgesetzt nach Österreich.
Und Poisson? Ging nicht zur Polizei. Er schämte sich zu sehr, dass er auf so einen Trick hereingefallen war.
Lustig wartete und las Zeitung. Als keine Meldung über den Betrug kam, kehrte er nach Paris zurück und zog dieselbe Masche noch einmal ab, diesmal mit anderen Schrotthändlern. Dieses Mal ging das Opfer zur Polizei, die Geschichte landete in der Presse, und Lustig floh in die USA.
Bonusfakt: In den USA wurde Lustig später wegen Falschgeld verhaftet. Der Mann, der den Eiffelturm verkauft hatte, stolperte am Ende über gefälschte Dollarscheine.
Lustig hat das berühmteste Bauwerk Frankreichs zweimal verkauft, ohne es je zu besitzen. Der Turm hat davon nicht einmal etwas gemerkt.