Wie findest du diesen Fakt?
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Manchmal ist es aber trotzdem ein Erfolg. Die Geschichte vom „Ecce Homo“ aus Borja beweist das.
Ein Bild wird aufgefrischt
In einer kleinen Kirche in Borja im Nordosten Spaniens hing ein Wandgemälde von Jesus. Gemalt hatte es der Künstler Elías García Martínez. Über die Jahre war das Bild verblasst und die Farbe blätterte ab.
2012 beschloss Cecilia Giménez, eine damals 82-jährige Frau aus dem Ort, das Bild auszubessern. Sie war keine ausgebildete Restauratorin. Das Ergebnis sah dem Original danach kaum noch ähnlich.
Vom Fehler zur Attraktion
Statt eines würdevollen Jesusgesichts blickte nun eine verschwommene, rundliche Figur von der Wand. Fotos davon verbreiteten sich im Internet rasend schnell, und die Restaurierung wurde zu einem der bekanntesten Memes ihrer Zeit.
Für Borja hatte das eine unerwartete Folge. Laut dem Kunstmagazin Artnet kamen in den folgenden Jahren rund 150.000 Touristen in die kleine Stadt, um das Bild mit eigenen Augen zu sehen. Fotos und Parodien davon finden sich bis heute im Netz.
Laut dem kanadischen Sender CBC zog das Bild in der Kirche Santuario de Misericordia schon kurz nach dem Vorfall Scharen von Touristen an.
Bonusfakt: Laut Artnet erhielt Cecilia Giménez später einen Anteil an den Einnahmen aus Fanartikeln. Einen Großteil davon spendete sie für wohltätige Zwecke.
Was als peinliches Missgeschick begann, wurde so zu einem Glücksfall für eine ganze Stadt. Cecilia Giménez wurde ungewollt berühmt.
Wer einmal versehentlich ein Bild ruiniert, kann sich also trösten. Mit ein bisschen Glück wird daraus eine Touristenattraktion.