Und ja, das stimmt wirklich.

Tiere
WTF?!
Tiere Fakt #168

Tauben können Monet von Picasso unterscheiden

Der japanische Psychologe Shigeru Watanabe brachte Tauben bei, Gemälde von Monet und Picasso auseinanderzuhalten, und gewann dafür 1995 den Ig-Nobelpreis.

11. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit · 2 Quellen

Erst raten, dann lesen

Welche Zahl gehört in die Lücke?

Der japanische Psychologe Shigeru Watanabe brachte Tauben bei, Gemälde von Monet und Picasso auseinanderzuhalten, und gewann dafür ___ den Ig-Nobelpreis.

Dein Urteil

Wie findest du diesen Fakt?

Tauben haben keinen guten Ruf. Sie gelten als Ratten der Lüfte, picken Krümel vom Boden und sitzen auf Denkmälern. Dass sie einen Impressionisten von einem Kubisten unterscheiden können, traut ihnen kaum jemand zu.

Ein Kunstkurs mit Körnerfutter

Genau das hat Shigeru Watanabe getestet, Psychologieprofessor an der Keiō-Universität in Tokio. Laut nippon.com zeigte er zwei Gruppen von Tauben je 10 Gemälde von Claude Monet und von Pablo Picasso. Die eine Gruppe bekam Futter, wenn sie bei einem Monet auf eine Taste pickte, die andere bei einem Picasso.

Nach 20 Tagen konnten die Vögel die beiden Maler mit hoher Genauigkeit auseinanderhalten. Watanabe stellt dabei klar: Die Tauben reagierten auf die Belohnung, nicht auf eine Liebe zur Kunst. Sie sind also keine Kunstkritiker, aber erstaunlich gute Mustererkenner.

Sogar bei Bildern, die sie nie gesehen hatten

Richtig spannend wurde es, als Watanabe den Tauben Werke anderer Maler zeigte. Laut nippon.com ordneten sie auch Bilder weiterer Impressionisten und Kubisten ähnlich gut zu. Die Vögel hatten also nicht einfach einzelne Bilder auswendig gelernt, sondern so etwas wie einen Stil erkannt.

Auch Tricks brachten sie kaum aus dem Konzept. Die Tauben schnitten laut nippon.com weiterhin gut ab, wenn die Bilder schwarz-weiß, auf dem Kopf, gespiegelt oder in Stücke zerteilt waren.

Bonusfakt: Laut nippon.com lernten Watanabes Tauben später sogar, Kinderzeichnungen zu sortieren, die Erwachsene als „schön“ oder „hässlich“ bewertet hatten.

Ein Preis, der erst lachen und dann nachdenken lässt

1995 bekam Watanabe zusammen mit Kollegen den Ig-Nobelpreis für Psychologie. Den vergibt die Zeitschrift Improbable Research für Forschung, die Menschen zuerst zum Lachen und dann zum Nachdenken bringt. Laut Improbable Research baute sein Team später zusammen mit der Queen’s University in Kanada eine virtuelle 3D-Taube. Echte Tauben nahmen sie offenbar weitgehend als Artgenossin wahr.

Hinter dem lustigen Versuch steckt eine ernste Frage: Wie erkennen Lebewesen Kategorien, also dass verschiedene Dinge zusammengehören? Watanabe verbindet seine Arbeit laut nippon.com mit der Idee der „Familienähnlichkeit“ des Philosophen Ludwig Wittgenstein.

Die Taube vor deinem Fenster hätte im Museum vermutlich mehr Ahnung als gedacht.

Die Beweise

  1. 1nippon.com: Monet or Picasso? Japanese Researcher Watanabe Shigeru Proves Art Is for the Birds
  2. 2Improbable Research: The Virtual Pigeon's Progress

Wie WTF ist das?

Zieh den Regler und sag uns, wie sehr dich der Fakt umhaut.

5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine