Wie findest du diesen Fakt?
Kein „hdl“, kein „bin gleich da“, kein Emoji. Die allererste SMS der Geschichte bestand aus zwei Wörtern: „Merry Christmas“. Und sie wurde nicht einmal von einem Handy getippt.
Ein Weihnachtsgruß vom Schreibtisch
Am 3. Dezember 1992 saß Neil Papworth, ein 22-jähriger Testingenieur, an einem ganz normalen Computer. Er arbeitete für die Firma Sema Group an einer Kurznachrichtenzentrale für den britischen Mobilfunkanbieter Vodafone. Für einen Test schickte er die Nachricht vom PC aus über das GSM-Netz von Vodafone.
Empfänger war Richard Jarvis, ein Vodafone-Direktor, der gerade auf der Weihnachtsfeier seiner Firma war. Auf seinem Orbitel 901 leuchtete der Gruß auf. Das Gerät wog laut NPR über 4,5 Pfund, also mehr als 2 Kilogramm. Ein Smartphone wiegt heute nur einen Bruchteil davon.
Zurückschreiben? Ging nicht
Das Kuriose: Jarvis konnte gar nicht antworten. Handys hatten damals schlicht keine Funktion, um Textnachrichten zu verfassen. Die erste SMS war also eine Einbahnstraße.
Papworth selbst fand den Moment übrigens unspektakulär. Laut Wikipedia sagte er später, es habe sich überhaupt nicht nach etwas Historischem angefühlt. Und er betonte gegenüber NPR, dass er „Merry Christmas“ voll ausgeschrieben habe, nicht als „X-mas“.
Warum eine SMS 160 Zeichen hat
Die Länge einer SMS hat sich übrigens jemand genau überlegt. Friedhelm Hillebrand, einer der Entwickler des Dienstes, hat ausgewertet, wie lang typische Postkarten und Telex-Nachrichten waren. Sein Ergebnis: 160 Zeichen reichen für die meisten Mitteilungen.
Die Idee für die Begrenzung kam also aus der analogen Welt: Hillebrand nahm Postkarten und Telex-Nachrichten als Maßstab.
Aus einem einzigen Testgruß wurde etwas, das heute zum Alltag gehört wie Zähneputzen. Ziemlich viel Wirkung für zwei Wörter, die eigentlich nur eine Weihnachtsfeier verschönern sollten.