Wie findest du diesen Fakt?
Ein Tresor unter einem der bestbewachten Gebäude der Welt. Eine Bande, die jahrelang plant. Und ein Pausenbrot, das alles ruiniert. Der Diamantenraub von Antwerpen hat alles, was ein Heist-Film braucht, nur das Happy End für die Diebe fehlt.
Das Wochenende im Tresor
Am Wochenende vom 15. auf den 16. Februar 2003 drang eine Bande in den Tresorraum des Antwerp World Diamond Centre in Belgien ein. Laut Guinness World Records hatte der Tresor 10 Sicherheitsstufen. Die Planung dauerte vier Jahre.
Der Anführer, Leonardo Notarbartolo, hatte zuvor Büros im Gebäude gemietet und sich als Diamantenhändler ausgegeben. So lernte die Bande die Abläufe, den Grundriss und die Alarmanlagen kennen. Mit Nachschlüsseln gelangte sie in den Hochsicherheitstresor und leerte 123 von 160 Schließfächern.
Die Beute: Diamanten, Edelsteine und Schmuck im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar. Der größte Diamantenraub, den Guinness je verzeichnet hat. „National Geographic“ nennt ihn den „Raub des Jahrhunderts“.
Die Panne am Straßenrand
Die Diebe waren schlau genug, die Aufnahmen der Überwachungskameras mitzunehmen. Weniger schlau: Auf der Flucht warfen sie die Aufnahmen und anderen Müll am Straßenrand weg. Dazu gehörte ein halb gegessenes Sandwich.
Daran klebte Notarbartolos DNA. Zusammen mit den übrigen Spuren reichte das, um ihn zu verurteilen. Er bekam zehn Jahre Haft.
Bonusfakt: Die Diamanten selbst wurden nie gefunden. Wo die Beute von über 100 Millionen Dollar geblieben ist, weiß bis heute niemand außer den Tätern.
Notarbartolo kam später auf Bewährung frei. Die Steine blieben verschwunden.
Ein perfekter Plan, vier Jahre Vorbereitung, zehn Sicherheitsstufen überwunden. Und dann der Hunger.