Wie findest du diesen Fakt?
Schön ist sie nicht. Sie ist trüb dunkelrot, achteckig zugeschnitten und mit Tinte bekritzelt. Trotzdem nennen Sammler sie die „Mona Lisa der Briefmarken“.
Ein Cent mit Geschichte
Die „British Guiana 1c Magenta“ stammt aus dem Jahr 1856 und kommt aus der damaligen britischen Kolonie Britisch-Guayana in Südamerika. Laut „Euronews“ ist sie die einzige ihrer Art. Es gibt also genau ein Exemplar auf der ganzen Welt.
Ihr Weg durch die Geschichte ist fast so seltsam wie ihr Preis. Laut NPR wurde sie von einem 12-jährigen Jungen entdeckt. 1920 beschlagnahmte Frankreich sie als Reparation von Deutschland. Später gehörte sie dem US-Erben John du Pont, der sie sogar noch besaß, als er im Gefängnis saß.
Teurer und wieder billiger
2014 wurde die Marke bei Sotheby’s für 9,5 Millionen Dollar versteigert. Käufer war der Schuhdesigner Stuart Weitzman. 2021 brachte er sie erneut bei Sotheby’s unter den Hammer, erwartet wurden rund 15 Millionen Dollar.
Am Ende zahlte der Briefmarkenhändler Stanley Gibbons laut „Euronews“ insgesamt rund 8,3 Millionen Dollar, also umgerechnet etwa 6,3 Millionen britische Pfund. Weniger als beim letzten Mal, aber immer noch genug, um sie zur wertvollsten Briefmarke der Welt zu machen.
Bonusfakt: Nach dem Kauf stellte Stanley Gibbons die Marke in London aus, damit jeder sie einmal mit eigenen Augen sehen kann.
Zur Einordnung: Ein Cent auf der Marke, 8,3 Millionen Dollar an der Kasse. Kaum ein anderes Stück Papier hat eine so absurde Wertsteigerung hinter sich.
Wer also zu Hause eine Kiste mit alten Briefen hat, darf ruhig mal genauer hinsehen. Die Chancen sind winzig, aber ein Junge mit 12 Jahren hatte auch kein Glück erwartet.