Wie findest du diesen Fakt?
Auf dem Schein steht eine 1 mit 14 Nullen. Wer ihn in der Hand hält, ist trotzdem nicht reich. Der 100-Billionen-Dollar-Schein aus Simbabwe ist das berühmteste Andenken an eine Wirtschaftskrise.
Inflation außer Kontrolle
Ab 2007 verlor der Simbabwe-Dollar rasend schnell an Wert. Die Notenbank druckte immer mehr Geld, die Preise stiegen immer schneller. Laut dem Ökonomen Steve Hanke vom Cato Institute erreichte die Inflation Mitte November 2008 rund 79,6 Milliarden Prozent im Monat. Zu dieser Zeit verdoppelten sich die Preise ungefähr jeden Tag.
Wer morgens einkaufen ging, zahlte also deutlich weniger als jemand, der abends in denselben Laden kam. Bargeld zu sparen ergab überhaupt keinen Sinn mehr.
Die Billionen-Serie
Die Notenbank reagierte mit immer größeren Scheinen. Im Januar 2009 kündigte sie neue Noten über 10, 20, 50 und schließlich 100 Billionen Dollar an, laut eigener Mitteilung „zur Bequemlichkeit der Öffentlichkeit“. Der „Washington Examiner“ meldete damals eine Inflationsrate von 231 Millionen Prozent.
Es waren die letzten Banknoten dieser Währung. Schon im April 2009 stieg Simbabwe auf ein System mit fremden Währungen um, vor allem US-Dollar und südafrikanischen Rand. Der 100-Billionen-Schein wurde aus dem Verkehr gezogen.
Bonusfakt: Endgültig für ungültig erklärt wurde der Simbabwe-Dollar erst 2015. Da hatte ihn im Alltag schon lange niemand mehr benutzt.
Heute ist der Schein ein beliebtes Sammlerstück. Händler verkaufen ihn an Leute, die einmal eine Billion in der Hand halten wollen, oder hundert davon.
Der Schein mit den meisten Nullen hat am Ende nur eine Sache geschafft: Er ist heute als Kuriosität mehr wert, als er es als Geld jemals war.