Wie findest du diesen Fakt?
Kleingeld nervt. Es klimpert, beult die Hosentasche aus und ist nie da, wenn man es braucht. Im Schweden des 17. Jahrhunderts hatte man ein ganz anderes Problem: Münzen, für die man fast eine Sackkarre brauchte.
Kupfer statt Silber
Schweden hatte damals reichlich Kupfer aus eigenen Bergwerken. Also machte man Geld aus Kupfer. Weil Kupfer aber viel weniger wert ist als Silber, mussten die Münzen riesig sein, damit sie genug Metall für ihren Wert enthielten.
Rund kleine Kupfermünzen zu prägen war teuer und umständlich. Die Lösung: Man nahm gleich ganze Kupferplatten, wie sie aus den Bergwerken kamen, und stempelte sie mit offiziellen Zeichen. Fertig war das Plattengeld.
Fast 20 Kilo in der Hand
Die ersten großen Platten erschienen 1644. Die 10-Daler-Platte wog laut Guinness World Records 19,7 Kilogramm und maß etwa 30 mal 70 Zentimeter. Damit ist sie die schwerste Münze, die je für den Umlauf geprägt wurde. Zwischen 1644 und 1655 wurden rund 25.500 Stück davon hergestellt. Bekannt sind heute noch sieben.
Später gab es auch kleinere Platten über 8, 4, 2, 1 und einen halben Daler. Laut Stack’s Bowers wurde Plattengeld über 130 Jahre lang geprägt und gehandelt, bis nach Indien und in den Pazifikraum.
Bonusfakt: Weil niemand gern 20 Kilo Kupfer herumschleppte, kursierten Quittungen über eingezahltes Plattengeld. Laut Guinness gehören sie zu den frühesten Formen von Papiergeld.
Die Idee mit dem Papier war im Rückblick also eine ziemlich naheliegende. Wer einmal eine Münze von 19,7 Kilogramm durch die Stadt getragen hat, freut sich über jeden Zettel.
Das Plattengeld war in Schweden bis 1776 verbreitet. Danach durfte das Portemonnaie wieder kleiner werden.