Wie findest du diesen Fakt?
Ein kalter Wintertag in Deutschland hat vielleicht minus 10 Grad. Wer richtig Pech hat, erlebt minus 20. Doch es gibt einen Ort, an dem es noch viel, viel kälter wurde.
Der Rekord von Wostok
Am 21. Juli 1983 zeigte das Thermometer an der russischen Forschungsstation Wostok in der Antarktis minus 89,2 Grad Celsius. Laut Guinness World Records ist das die tiefste Temperatur, die jemals auf der Erde mit einem Thermometer direkt gemessen wurde.
Juli ist auf der Südhalbkugel Winter. In der Antarktis herrscht dann monatelang Dunkelheit, denn die Sonne geht im tiefsten Winter gar nicht mehr auf. Ohne ihre Wärme kühlt das Eis immer weiter ab.
Warum gerade dort?
Laut dem Farmers’ Almanac liegt die Station Wostok auf rund 3.500 Metern Höhe, mitten auf dem antarktischen Eisschild. Zum Südpol sind es etwa 1.300 Kilometer.
Diese Kombination macht den Ort so extrem: Er liegt sehr hoch, weit weg von jedem Meer, das Wärme liefern könnte, und mitten in einer riesigen Eisfläche. Je höher ein Ort liegt, desto dünner ist die Luft und desto kälter wird es in der Regel.
Bonusfakt: Satelliten haben an einigen Stellen der Antarktis sogar Werte um minus 98 Grad erfasst. Laut Guinness zählen diese Messungen aber nicht als offizieller Rekord, weil sie nicht direkt mit einem Thermometer vor Ort gemacht wurden.
Bei minus 89,2 Grad wird alles anders. Atemluft gefriert fast sofort, ungeschützte Haut wäre in kürzester Zeit gefährlich unterkühlt. Die Menschen auf der Station arbeiten deshalb mit spezieller Kleidung und verbringen die meiste Zeit drinnen.
Zum Vergleich: In einer normalen Gefriertruhe herrschen etwa minus 18 Grad. Wostok war am Rekordtag also rund fünfmal so weit unter null.
Seit 1983 ist der Rekord nicht gebrochen worden. Und ehrlich gesagt muss das auch niemand unbedingt ausprobieren.