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Simbabwe hatte eine heftige Inflation. Weimar auch. Aber den Rekord hält ein anderes Land: Ungarn, im Sommer 1946.
Teurer im Stundentakt
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Ungarns Wirtschaft am Boden. Die Regierung druckte Geld, um ihre Ausgaben zu decken, und die Währung Pengő verlor ihren Wert schneller als jede Währung davor oder danach.
Im Juli 1946 erreichte die Inflation laut Planet Banknote geschätzte 41,9 Billiarden Prozent im Monat. Die Preise verdoppelten sich ungefähr alle 15 Stunden. Wer morgens etwas kaufen wollte und bis zum Abend zögerte, zahlte fast das Doppelte. Über Nacht wurde es noch schlimmer.
Ein Schein mit 20 Nullen
Um überhaupt noch bezahlen zu können, druckte Ungarn absurde Scheine. Den Pengő gab es zusätzlich als „Billió-Pengő“, wobei ein B.-Pengő eine Billion Pengő war. Der größte Schein, der tatsächlich in Umlauf kam, lautete auf 100 Millionen B.-Pengő. Das ist eine 1 mit 20 Nullen. Laut „Amusing Planet“ war er etwa 20 US-Cent wert.
Es wurde sogar noch ein größerer Schein gedruckt, über eine Milliarde B.-Pengő. Der wurde aber nie ausgegeben.
Bonusfakt: Am 1. August 1946 führte Ungarn den Forint ein. Ein Forint ersetzte laut Planet Banknote 400 Quadrilliarden Pengő, das ist eine 4 mit 29 Nullen.
Der Forint ist bis heute die Währung Ungarns. Das Land hat also geschafft, was nach so einem Absturz gar nicht selbstverständlich ist: einen Neuanfang, der gehalten hat.
Zum Vergleich: Bei einer Inflation von zwei Prozent im Jahr dauert es rund 35 Jahre, bis sich die Preise verdoppeln. In Ungarn reichten 1946 nicht einmal 15 Stunden.