Wie findest du diesen Fakt?
Zuckerwatte ist im Grunde nur Zucker und Luft, und für Zähne nicht gerade ein Geschenk. Umso schräger, wer die Maschine dafür miterfunden hat. Einer der beiden Erfinder war Zahnarzt.
Ein Zahnarzt und ein Konditor
Im Jahr 1897 taten sich in Nashville, Tennessee, zwei Männer zusammen: William J. Morrison, ein Zahnarzt, und John C. Wharton, ein Süßwarenhersteller. Gemeinsam bauten sie eine Maschine, die Zucker schmilzt und daraus hauchdünne Fäden spinnt. Laut History Hit hatte Morrison seinen Abschluss als Zahnarzt 1890 in Tennessee gemacht. Statt Zucker zu meiden, suchte er nach einer Möglichkeit, gesponnenen Zucker in großen Mengen herzustellen. Kurz darauf ließen die beiden ihre Erfindung patentieren.
Das Prinzip ist bis heute gleich. Der Zucker wird in der Mitte der Maschine erhitzt und geschmolzen, dann schleudert die Drehung ihn durch winzige Löcher nach außen. An der Luft kühlt er sofort ab und wird zu feinen Fäden, die man mit einem Stab aufwickelt.
Der große Auftritt 1904
Richtig berühmt wurde die Süßigkeit auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis. Damals hieß sie noch „Fairy Floss“, also Feenfaden. Laut Britannica wurden dort fast 70.000 Schachteln verkauft, History Hit spricht von mehr als 60.000 Portionen. Eine Schachtel kostete 25 Cent, laut Britannica die Hälfte des Eintrittspreises der Ausstellung.
Der Name „Cotton Candy“, also Baumwoll-Süßigkeit, kam erst später. Laut Britannica prägte ihn in den 1920ern Josef Lascaux, und auch er war Zahnarzt, diesmal aus Louisiana.
Laut Britannica gewann die Maschine auf der Weltausstellung 1904 sogar einen Preis für die Neuartigkeit der Erfindung.
Zahnärzte mit Naschkatzen-Herz
Zwei Zahnärzte, die die Geschichte der Zuckerwatte prägen: Das klingt wie ein Widerspruch, ist aber gut belegt. Ausgedacht hätte sich diese Pointe vermutlich niemand.
Zucker, Luft und ein bisschen Ironie, mehr braucht es für einen Jahrmarktklassiker nicht.