Wie findest du diesen Fakt?
Nachos klingen wie eine Lebensmittel-Kategorie. In Wahrheit sind sie ein Mensch. Der Snack, den du im Kino in Käsesoße tunkst, ist nach Ignacio Anaya benannt, und dessen Spitzname war Nacho.
Alles zu und alle hungrig
Die Geschichte spielt 1943 in Piedras Negras, einer kleinen mexikanischen Stadt nahe Fort Duncan, einem US-Militärstützpunkt in Texas. Laut TIME war eine Gruppe von etwa einem Dutzend Frauen von US-Soldaten den Tag über in Eagle Pass shoppen und wollte danach in Mexiko essen gehen. Das Problem: Die Restaurants in der Nähe hatten schon zu.
So landeten sie im Victory Club, wo Anaya als Maître d’ arbeitete (manche Quellen sagen: als Koch). Ohne richtige Karte kochte er mit dem, was noch in der Küche war: Er schnitt Tortillas, frittierte sie, belegte die Chips mit geriebenem Käse und Jalapeño-Scheiben und servierte das Ganze.
Der Name war quasi seine Unterschrift
Als die Frauen fragten, wie das Gericht heißt, benannte Anaya es nach sich selbst: „Nachos Especiales“. Auch Saveur erzählt diese Entstehungsgeschichte, mit frittierten Tortilla-Stücken, geschmolzenem Käse und eingelegten Jalapeño-Scheiben. Kein Geheimrezept, kein Food-Labor, nur ein Typ, der improvisiert und seinen Spitznamen draufschreibt.
Die Rechte an seiner Idee bekam Anaya nie. Sein Sohn Ignacio Anaya Jr. erzählte einem Reporter, er habe 1960 geprüft, ob er seinem Vater helfen könne, die Rechte am Nacho zu beanspruchen, aber das sei zu schwierig gewesen. Anaya starb 1975. Sein Sohn betrieb später ein „Nacho’s Restaurant“ in Piedras Negras und saß dort in der Jury eines jährlichen Nacho-Wettbewerbs am zweiten Oktoberwochenende.
Bonusfakt: Laut Saveur wurden Nachos Mitte der 1970er im Arlington Stadium in Texas zum Stadionessen. In dieser Saison verkaufte das Stadion ungefähr eine Portion pro zweieinhalb Besucherinnen und Besucher.
Heute gibt es sogar einen Internationalen Tag des Nachos am 21. Oktober. Wenn du also Nachos bestellst, bestellst du streng genommen den Spitznamen eines Mannes mit extra Käse.