Wie findest du diesen Fakt?
Du sagst wahrscheinlich „Tesa“, wenn du irgendeinen durchsichtigen Klebestreifen meinst. Dabei wurde der Name gar nicht für Klebeband erfunden, und er stammt von jemandem, der nie ein Produkt entwickelt hat.
Ein Name aus einem Namen
Elsa Tesmer arbeitete laut tesa von April 1903 bis Oktober 1908 als Sekretärin bei Beiersdorf in Hamburg. 1906 kam sie auf den Namen „tesa“, gebaut aus ihrem eigenen: die ersten zwei Buchstaben ihres Nachnamens, die letzten zwei ihres Vornamens. TEsmer plus elSA. Laut einem Bericht zum 75. Geburtstag der Marke reichte sie den Vorschlag bei einem internen Namenswettbewerb ein.
Ziemlich clever, denn der Name ist kurz, leicht auszusprechen und funktioniert in fast jeder Sprache. Nur geklebt hat damals noch nichts damit.
Erst Zahnpasta, dann Klebefilm
Das erste Produkt, das den Namen tragen durfte, war laut Firmengeschichte 1908 eine patentierte Tube für die Zahnpasta Pebeco. Die Tube hatte einen Drehmechanismus, und der setzte sich schlicht nicht durch. Der Name verschwand damit aber nicht in der Schublade.
Fast 30 Jahre später übernahm der Industriekaufmann Hugo Kirchberg das Klebebandgeschäft von Beiersdorf. 1936 kam „tesa-Klebefilm“ auf den Markt, ein durchsichtiges Band für den Alltag. Aus dem sperrigen Namen wurde später die Kurzform „tesafilm“. Kirchberg erfand laut tesa auch gleich den passenden Abroller.
Als 1941 das Kreppband tesakrepp dazukam, wurde „tesa“ zur Dachmarke für alle selbstklebenden Produkte des Konzerns. Heute ist tesa eine eigene Firma, seit 2001 eine hundertprozentige Tochter der Beiersdorf AG.
Bonusfakt: Beiersdorfs erstes technisches Klebeband kam schon 1896 auf den Markt: das Sportpflaster Cito, mit dem man Fahrradschläuche flicken konnte.
Elsa Tesmer verließ die Firma 1908. Ihr Name klebt bis heute an Millionen Schreibtischen.