Wie findest du diesen Fakt?
Eine Plastikscheibe, ein Park, ein Hund, der hinterherrennt. Die Frisbee wirkt wie ein Produkt aus dem Spielzeuglabor. Ihr Name stammt aber aus einer Bäckerei.
Pies aus Bridgeport
William Russell Frisbie gründete laut New England Historical Society 1871 in Bridgeport im US-Bundesstaat Connecticut die Frisbie Pie Company. Die Firma lief gut: Laut dem Weltverband für Frisbeesport (WFDF) backte sie 1956 zu ihren besten Zeiten 80.000 Pies am Tag. Die Pies wurden in Blechformen verkauft, auf die laut New England Historical Society 10 Cent Pfand anfielen.
Und hier kommt die Legende ins Spiel: Studierende in Yale und an anderen Unis sollen die leeren Formen geworfen haben. Damit der Fänger aufpasst, riefen sie „Frisbie!“. Die New England Historical Society nennt das ausdrücklich eine Überlieferung, auch der WFDF erzählt die Geschichte so.
Plastik statt Blech
An der Westküste tüftelte unterdessen Walter Frederick „Fred“ Morrison an einer Wurfscheibe aus Plastik. Laut Sky History entwickelte er sie 1948 zusammen mit Warren Franscioni. Später verkaufte Morrison eine verbesserte Version namens „Pluto Platter“, passend zum damaligen UFO-Hype.
Mitte der 1950er kaufte die Spielzeugfirma Wham-O ihm die Rechte ab. Die Quellen nennen 1956 oder 1957. Am 23. Januar 1957 liefen laut Sky History die ersten Scheiben bei Wham-O vom Band.
Ein Name, ein Buchstabe anders
1958 nannte Wham-O die Scheibe dann „Frisbee“. Sky History schreibt ausdrücklich, dass der Name der Pie-Firma dabei falsch geschrieben wurde: aus „Frisbie“ wurde „Frisbee“. Laut New England Historical Society machte die Frisbie Pie Company im selben Jahr dicht. Die Marke „Frisbee“ wurde laut WFDF 1959 eingetragen.
Bonusfakt: 1972 spielten Rutgers und Princeton das erste Ultimate-Frisbee-Spiel zwischen zwei Unis, Rutgers gewann 29 zu 27.
Laut WFDF wurden weltweit über 100 Millionen Wurfscheiben verkauft. Die Bäckerei hat davon nichts mehr erlebt, ihr Name fliegt trotzdem weiter.