Und ja, das stimmt wirklich.

Survival
WTF?!
Survival Fakt #056

Diese Flechten haben 34 Tage auf einem Labor-Mars überlebt

In einer Mars-Simulationskammer des DLR überlebten Flechten 34 Tage Mars-Bedingungen und betrieben sogar weiter Photosynthese.

14. September 2026 · 2 Min. Lesezeit · 3 Quellen

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Diese unscheinbaren Krusten auf Steinen und Baumrinde hast du sicher schon tausendmal übersehen. Dabei gehören Flechten zu den härtesten Lebewesen der Erde. So hart, dass Forschende sie auf einen nachgebauten Mars geschickt haben.

Eine Flechte ist eine WG

Eine Flechte ist kein einzelnes Lebewesen, sondern eine Partnerschaft: Ein Pilz lebt eng zusammen mit Algen oder Cyanobakterien. Der Pilz bietet Schutz und Halt, die Partner liefern per Photosynthese Nährstoffe. Diese Teamarbeit macht Flechten berühmt dafür, extreme Trockenheit wegzustecken.

Ein Monat auf dem Labor-Mars

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollte es genau wissen. Planetenforscher Jean-Pierre de Vera und sein Team setzten in Berlin Flechten aus Hochgebirge und Polarregionen in eine Mars-Simulationskammer. Dort herrschten Bedingungen wie auf dem Roten Planeten:

  • eine Atmosphäre aus 95 Prozent Kohlendioxid und 4 Prozent Stickstoff
  • ein Luftdruck von nur 6 Millibar
  • Temperaturen zwischen minus 50 und plus 23 Grad Celsius
  • Strahlung vom Ultraviolett bis zum Infrarot

Nach 34 Tagen lebten die Flechten noch. Mehr noch: Sie betrieben weiter Photosynthese. Wasser holten sie sich aus Kondensation, die sich in den simulierten Mars-Morgen- und Abendstunden bildete, am besten geschützt in Felsnischen und Bodenritzen.

Auch der echte Weltraum reicht nicht

Schon 2005 hatte die ESA zwei Flechtenarten, die Landkartenflechte und die Zierliche Gelbflechte, mit der Kapsel Foton-M2 ins All geschickt. 14,6 Tage lang waren sie dem Vakuum, starken Temperaturschwankungen, voller Sonnen-UV-Strahlung und kosmischer Strahlung ausgesetzt. Zurück auf der Erde zeigte die Analyse: Alle hatten überlebt, und ihre Photosynthese funktionierte wie vorher.

In der Mars-Kammer des DLR steckten nicht nur Flechten. Auch einige Cyanobakterien überstanden das Experiment und blieben aktiv.

Heißt das, auf dem Mars wächst bald Flechte? Nicht so schnell. Die Forschenden räumen selbst ein, dass ein Monat im Labor offenlässt, wie es über viel längere Zeiträume aussieht. Spannend für die Suche nach Leben ist es trotzdem: Wenn irdische Organismen solche Bedingungen aushalten, könnte sich auf dem Mars Leben in geschützten Nischen gehalten haben.

Die Flechte am Gartenzaun ist also ein heimlicher Astronaut.

Die Beweise

  1. 1DLR: Surviving the conditions on Mars
  2. 2The Planetary Society: Earth's toughest life could survive on Mars
  3. 3Universe Today: Lichen Can Survive in Space

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5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine