Wie findest du diesen Fakt?
Ein neuer Planet braucht einen Namen. Man denkt an Kommissionen, lange Sitzungen, vielleicht Latein-Profis. Bei Pluto lief es anders: Den Namen hat ein Schulmädchen zwischen Toast und Tee erfunden.
Ein Planet in der Morgenzeitung
Im März 1930 meldete das Lowell-Observatorium in Flagstaff, Arizona, einen neuen Himmelskörper weit draußen hinter Neptun. Gefunden hatte ihn Clyde Tombaugh, ein 23-Jähriger, der fast ein Jahr lang danach gesucht hatte.
Am Morgen des 14. März 1930 saß in Oxford die 11-jährige Venetia Burney beim Frühstück. Ihr Großvater Falconer Madan, früher Leiter der berühmten Bodleian-Bibliothek, las ihr aus der Zeitung vor. Laut SBS News fragte Venetia: „Warum nennt man ihn nicht Pluto?“ Pluto ist der römische Gott der Unterwelt, ein passender Name für eine kalte, dunkle Welt am Rand des Sonnensystems. Ziemlich clever für jemanden, der eigentlich nur in Ruhe frühstücken wollte.
Vom Frühstückstisch nach Arizona
Ihr Großvater fand die Idee gut und gab sie an einen Bekannten weiter: laut Space.com Herbert Hall Turner, Astronomieprofessor in Oxford. Der schickte ein Telegramm nach Flagstaff. Dort stimmten die Forschenden ab, und Pluto gewann einstimmig. Am 24. Mai 1930 bekam der Himmelskörper offiziell seinen Namen.
Ein Detail machte den Vorschlag besonders stark: Die ersten zwei Buchstaben, PL, sind die Initialen von Percival Lowell, dem Gründer des Observatoriums.
Und Venetias Lohn? Laut einem BBC-Interview, das SBS News zitiert, bekam sie von ihrem Großvater eine Fünf-Pfund-Note.
Bonusfakt: Ein Staubmessgerät an Bord der Raumsonde New Horizons, die an Pluto vorbeiflog, ist nach Venetia benannt.
Manche verewigen sich mit Formeln. Venetia reichte eine Frage beim Frühstück.