Wie findest du diesen Fakt?
Es gibt Bücher, die schwer zu lesen sind. Und es gibt das Voynich-Manuskript. Das kann seit Jahrhunderten niemand lesen, nicht einmal Profis.
Ein Buch voller Fragen
Das Manuskript liegt heute an der Yale University in den USA und hat rund 240 Seiten. Geschrieben ist es in einer Schrift, die sonst nirgends vorkommt, in einer Sprache, die niemand kennt.
Dazu kommen Bilder, die das Rätsel noch größer machen. Zu sehen sind Gewächse, die wie Pflanzen aussehen, aber keiner bekannten Art eindeutig zuzuordnen sind. Dazu Zeichnungen, die an Laborgeräte erinnern, kosmische Symbole und Frauen in Badebecken. Ob es ein Kräuterbuch ist, ein Geheimcode oder ein raffinierter Scherz, weiß bis heute niemand.
Der Blick ins Labor
Wenigstens beim Alter gibt es inzwischen eine Antwort. 2009 nahm ein Team der University of Arizona um Greg Hodgins vier hauchdünne Streifen Pergament von Seiten, die wahrscheinlich nie neu gebunden worden waren. Mit einem Beschleuniger-Massenspektrometer bestimmten die Forscher das Alter des Materials.
Ergebnis: Das Pergament stammt aus der Zeit zwischen 1404 und 1438. Das Manuskript ist damit rund 100 Jahre älter, als viele vorher angenommen hatten. Das Buch ist also eine echte Handschrift aus dem frühen 15. Jahrhundert und keine spätere Fälschung auf neuem Material.
Bonusfakt: Für die Datierung reichten Streifen von nur etwa einem Zoll Länge, also rund zweieinhalb Zentimetern. Das Buch blieb dabei praktisch unversehrt.
Was drinsteht, beantwortet das Alter allerdings nicht. Kryptografen, Sprachforscher und Hobbydetektive haben sich daran versucht. Laut „Medievalists.net“ hat es bislang niemand geknackt.
Ein Buch, das 600 Jahre durchgehalten hat, ohne ein einziges Geheimnis preiszugeben. Respekt.