Und ja, das stimmt wirklich.

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WTF?!
Geschichte Fakt #068

Die alten Römer wuschen ihre Kleidung mit Urin

Im alten Rom wurde Urin aus öffentlichen Latrinen zum Reinigen von Stoffen verkauft, und Kaiser Vespasian kassierte dafür Steuern.

20. September 2026 · 1 Min. Lesezeit · 4 Quellen

Dein Urteil

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Waschmittel aus der Drogerie gab es im alten Rom nicht. Wer seine Toga wieder sauber und hell haben wollte, setzte auf einen Stoff, den jeder Mensch täglich produziert: Urin. Klingt eklig, war aber Chemie mit System.

Ammoniak statt Waschpulver

Urin liefert Ammoniak, und das wirkt alkalisch und reinigt. Gesammelt wurde er aus öffentlichen Latrinen und dann an Gerbereien und Wäschereien verkauft. Besonders gefragt war er bei den Walkern, auf Latein fullones. In ihren Werkstätten, den fullonicae, reinigten und bearbeiteten sie Stoffe.

Das lief so: Der Walker stand mit den Füßen in einem Becken mit Wasser und einer alkalischen Mischung, zu der manchmal auch Ammoniak aus Urin gehörte. Dann trampelte er auf dem Stoff herum, schrubbte ihn und wrang ihn aus. Wäschewaschen war damals Fußarbeit. Allein in Pompeji kennt man bisher 11 solcher Betriebe.

Ein Kaiser wittert das Geschäft

Wo etwas gehandelt wird, ist der Fiskus nicht weit. Kaiser Vespasian, der von 69 bis 79 nach Christus regierte, brauchte Geld für die leeren Staatskassen. Also belegte er die öffentlichen Toiletten und den Urin daraus mit einer Abgabe.

Sein Sohn Titus fand das ziemlich daneben. Laut dem Geschichtsschreiber Sueton hielt Vespasian ihm daraufhin Geld aus den ersten Einnahmen unter die Nase und fragte, ob es rieche. Titus verneinte. Darauf der Kaiser: „Und doch ist es vom Urin.“ Daraus wurde der berühmte Spruch „Pecunia non olet“, Geld stinkt nicht.

In Paris heißen öffentliche Pissoirs bis heute „Vespasiennes“, in Italien „Vespasiani“. Benannt nach dem Kaiser mit der Latrinensteuer.

Der Spruch lebt weiter

Heute sagt man „Pecunia non olet“, wenn Geld aus einer fragwürdigen Quelle stammt und das niemanden so richtig stört. Ein Kaiser, eine Toilettenabgabe und ein Satz, der fast zwei Jahrtausende überdauert hat. Mehr Nachruhm hat kaum eine Steuer geschafft.

Die Beweise

  1. 1Wikipedia: Pecunia non olet
  2. 2Wikipedia: Fullonica
  3. 3National Geographic Education Blog: Urine Trouble: Taxes in Ancient Rome
  4. 4Mental Floss: 6 Practical Ways Romans Used Human Urine and Feces in Daily Life

Wie WTF ist das?

Zieh den Regler und sag uns, wie sehr dich der Fakt umhaut.

5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine