Und ja, das stimmt wirklich.

Geschichte
WTF?!
Geschichte Fakt #159

Das römische Vomitorium war kein Raum zum Erbrechen, sondern ein Stadionausgang

Im alten Rom waren Vomitorien die Durchgänge, durch die Menschenmassen in Theater und Amphitheater hinein- und wieder hinausströmten, und keine Räume, in denen sich schlemmende Römer übergaben.

11. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit · 3 Quellen

Dein Urteil

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Bestimmt kennst du die Geschichte: Reiche Römer aßen, bis nichts mehr ging, liefen in einen extra Raum namens Vomitorium, übergaben sich und setzten sich wieder an den Tisch. Klingt super. Nur hat das Wort nie das bedeutet.

Menschenmassen statt Mägen

Vomitorien waren die Zugänge in römischen Theatern und Amphitheatern, durch die das Publikum zu seinen Plätzen und wieder hinaus kam. Der erste bekannte Autor, der das Wort benutzt, ist Macrobius in seinen Saturnalia aus dem 5. Jahrhundert nach Christus. Laut Caillan Davenport und Shushma Malik, die an der University of Queensland Alte Geschichte lehren, meinte er damit Gänge, durch die Zuschauer auf ihre Plätze „hinausgespien“ wurden.

Das Bild passt. Das lateinische Verb vomere heißt tatsächlich „erbrechen“, und ein volles Amphitheater, das sich durch seine Tore leert, wirkt ein bisschen wie ein Gebäude, das Menschen ausspuckt. Live Science erklärt, dass Macrobius ein vorhandenes lateinisches Wort nahm und die Endung „-orium“ anhängte, die daraus einen Ort macht.

Woher der Mythos kommt

Die falsche Bedeutung taucht viel später auf, im Englischen. Davenport und Malik nennen Beispiele aus dem 19. Jahrhundert, etwa Augustus Hares „Walks in Rome“ von 1871. World Wide Words fand ein Buch von 1915, das ein „Vomitorium“ in Pompeji beschreibt, in dem sich Römer übergaben, um weiteressen zu können. Auch Aldous Huxley benutzte das Wort in seinem Roman „Antic Hay“ so. Live Science vermutet einen schlichten Sprachfehler, befeuert vom alten Klischee des verfressenen Römers.

Kritik an der Völlerei gab es in Rom durchaus. Der Philosoph Seneca schrieb: „Sie erbrechen sich, um zu essen, und essen, um sich zu erbrechen.“ Davenport und Malik lesen das aber als moralische Kritik, nicht als Beleg für eine alltägliche Gewohnheit, und weisen darauf hin, dass Erbrechen in Rom eher als medizinische Behandlung verbreitet war. Einen eigenen Raum dafür? Genau das ist der Mythos.

Bonusfakt: Das Wort ist nie verschwunden. Laut World Wide Words heißen die Zugänge in Theatern mit Rundum-Bühne bis heute Vomitorien, inzwischen vor allem die Wege für die Schauspieler.

Wenn du also mal durch ein Vomitorium gehst: entspann dich. Du bist nur auf dem Weg zu deinem Platz.

Die Beweise

  1. 1The University of Queensland: Mythbusting Ancient Rome – the truth about the vomitorium
  2. 2Live Science: What's a Vomitorium?
  3. 3World Wide Words: Vomitorium

Wie WTF ist das?

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5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine