Wie findest du diesen Fakt?
Erdnüsse stehen im Supermarkt neben Cashews, Mandeln und Walnüssen. Sie heißen Nuss, sie knacken wie eine Nuss, sie schmecken nach Nuss. Botanisch ist die Sache trotzdem klar: Die Erdnuss ist keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht.
Familie Bohne
Die Erdnuss (Arachis hypogaea) gehört zu den Hülsenfrüchtlern, der Pflanzenfamilie Fabaceae. In dieser Familie stecken auch Erbsen, Bohnen und Linsen. Was du da knackst, ist also eher eine Hülse mit Samen drin, so wie bei einer Erbsenschote, nur eben fester und trockener.
Eine echte Nuss im botanischen Sinn ist dagegen eine Frucht mit harter, verholzter Schale, die sich nicht von selbst öffnet, etwa die Haselnuss. Die Erdnuss passt da nicht rein, auch wenn sie im Alltag fast immer als Nuss durchgeht. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika, heute wird sie fast überall auf der Welt angebaut.
Eine Pflanze, die sich selbst vergräbt
Jetzt wird es richtig schräg. Die meisten Pflanzen hängen ihre Früchte an Zweige oder Stängel. Die Erdnuss macht das Gegenteil. Sie blüht oberirdisch mit kleinen Blüten. Nach der Befruchtung wächst der Stiel unter der Blüte nach unten, ein sogenannter Fruchtträger. Er bohrt sich in die Erde, und erst dort entwickelt sich die Hülse mit den Samen.
Fachleute nennen das Geokarpie, also Früchte, die im Boden reifen. Daher auch der Name Erdnuss: Die Pflanze vergräbt ihren eigenen Nachwuchs. Laut NC State Extension erscheinen die ersten Blüten etwa 40 Tage nach dem Aussäen, und reif sind die Hülsen nach rund 120 bis 150 Tagen.
Auf Englisch hat die Erdnuss jede Menge Spitznamen, darunter „goober“, „groundnut“ und „monkey nut“.
Nuss im Namen, Bohne im Herzen
Dass die Erdnuss so hartnäckig als Nuss gilt, liegt am Gebrauch in der Küche. Dort zählt, wie etwas schmeckt und eingesetzt wird, nicht wo es im Stammbaum der Pflanzen hängt. Das gleiche Prinzip macht in der Küche auch Tomaten zu Gemüse.
Deine Erdnussbutter ist also streng genommen ein Bohnenaufstrich. Schmeckt trotzdem.