Und ja, das stimmt wirklich.

Grusel
WTF?!
Grusel Fakt #199

Dieser Pilz schlüpft aus einem Ei und bekommt rote Tentakel, die nach verwestem Fleisch riechen

Der Tintenfischpilz (Clathrus archeri) beginnt als schleimiges „Ei“ im Boden, dann schiebt er leuchtend rote Arme heraus, die mit einem Schleim überzogen sind, der nach verwestem Fleisch riecht und Fliegen anlockt, die seine Sporen wegtragen.

18. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit · 4 Quellen

Dein Urteil

Wie findest du diesen Fakt?

Stell dir einen Waldspaziergang im Sommer vor. Zwischen dem Laub liegt eine blasse, weiche Kugel, nur etwa 2 bis 3 Zentimeter groß. Etwas später sind rote Tentakel aus ihr herausgebrochen. Sie biegen sich nach hinten wie bei einem Seestern, und in der Luft hängt ein Geruch, als wäre hier etwas gestorben.

Das ist kein Alien. Das ist ein Pilz: der Tintenfischpilz, auf Englisch „Devil’s fingers“, also Teufelsfinger, wissenschaftlich Clathrus archeri.

Geschlüpft aus einem Schleim-Ei

Die meiste Zeit lebt der Pilz versteckt als Geflecht aus Fäden im Boden. Wenn er sich zeigen will, bildet er ein „Ei“: eine weiche, gallertartige Kugel. Laut Live Science gibt ihre Haut nach, wenn man mit dem Finger drückt. Nach Angaben der Nationalparkbehörde des New Forest in England hängt das Ei mit einem dicken Strang am unterirdischen Geflecht und kann mehrere Wochen warten, bis die Bedingungen passen.

Dann schlüpft er. Die roten Arme schieben sich heraus, zuerst noch an den Spitzen verbunden. Dann lösen sie sich und biegen sich zu einem Stern auseinander. Meist sind es mindestens 3 oder 4, manchmal 7 oder 8, Live Science berichtet sogar von bis zu 12. Das Ganze ist laut The Wildlife Trusts nur etwa 5 Zentimeter hoch, die Arme werden bis zu etwa 7 Zentimeter lang.

Der Gestank ist der ganze Trick

Die Arme sind mit einer schleimigen Schicht überzogen, der Gleba, in der die Sporen stecken. Sie riecht nach verwestem Fleisch. Die Pilzkundler David Arora und William R. Burk beschrieben den Geruch laut Live Science als „wie verrottende Krabbe“.

Eklig, aber clever. Der Geruch lockt Fliegen an, und die New-Forest-Behörde zählt auch Käfer und Schnecken zu den Gästen. Der Schleim bleibt an ihnen kleben, und sie tragen die Sporen an neue Orte. Für einen Pilz ist das ungewöhnlich, und so hat sich der Tintenfischpilz in weniger als 20 Jahren über den ganzen New Forest ausgebreitet.

Bonusfakt: Eigentlich ist der Tintenfischpilz gar nicht europäisch. Er stammt aus Australien und Neuseeland, in Teilen der USA heißt er „Octopus Fungus“, also Krakenpilz. Nach Europa kam er vermutlich um 1914, möglicherweise mit Kriegsnachschub oder Wolle.

Falls du also mal einen roten Kraken im Laub entdeckst: Keine Panik. Einfach Nase zuhalten.

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Die Beweise

  1. 1The Wildlife Trusts: Devil’s fingers fungus
  2. 2Live Science: People Are Freaking Out Over This Monster Fungus That Smells Like Rotting Crab
  3. 3New Forest National Park Authority: Devil's fingers
  4. 4First Nature: Clathrus archeri, Devil's Fingers fungus identification

Wie WTF ist das?

Zieh den Regler und sag uns, wie sehr dich der Fakt umhaut.

5

🎃 Der goldene Kürbis! Hier ist dein geheimer Halloween-Fakt:

Die ersten Kürbislaternen waren Rüben. In Irland und anderen keltischen Gegenden schnitzten Menschen im 19. und frühen 20. Jahrhundert Fratzen in Rüben, manchmal auch in Kartoffeln oder Rote Bete, und stellten eine Kerze hinein. Das sollte den ruhelosen Geist „Stingy Jack“ fernhalten, der weder in den Himmel noch in die Hölle durfte. Im irischen Nationalmuseum in County Mayo liegt bis heute der Gipsabguss einer geschnitzten Rübe aus Donegal mit einem „verkniffenen, wütenden Gesicht“.

Quelle: Smithsonian Magazine