Wie findest du diesen Fakt?
Ein Raubfisch beißt zu und hat im nächsten Moment das Maul voller Glibber. Willkommen in der Welt der Schleimaale. Aus einem Löffel voll Schleim-Vorstufe machen sie in weniger als einer Zehntelsekunde rund einen Liter Schleim.
Schleim mit eingebauten Fäden
Schleimaale sind keine Aale, sondern eine uralte Gruppe kieferloser Meerestiere. Seit rund 300 Millionen Jahren haben sie sich kaum verändert. Wird einer angegriffen, geben Drüsen an seinem Körper Tausende kleine Päckchen ins Wasser ab. Innerhalb von Millisekunden quellen sie auf.
Das Geheimnis sind winzige Fäden. Jede Schleimzelle produziert einen einzigen Faden von etwa 15 Zentimetern Länge, rund 1000-mal so lang wie die Zelle selbst. Im Wasser entwirren sich die Fäden und halten das Ganze zusammen. Das Ergebnis ist etwa 100.000-mal weicher als Gelatine und verstopft Angreifern die Kiemen.
Angeblich kann ein einzelner Schleimaal sogar einen 5-Gallonen-Eimer, also knapp 19 Liter, in wenigen Minuten mit Schleim füllen. Das Smithsonian Magazine führt das allerdings ausdrücklich als „Schleimaal-Mythologie“, gemessen hat es offenbar niemand.
Knoten statt Taschentuch
Bleibt die Frage: Wie wird man den eigenen Schleim wieder los? Schleimaale knoten sich selbst und schieben den Knoten am Körper entlang, damit ihnen der Glibber nicht ins Gesicht tropft. Auch beim Fressen hilft der Knotentrick: Mit einem Knoten im Schwanz bekommen sie mehr Kraft in ihren Biss.
Ihr Körperbau ist genauso seltsam. Schleimaale haben einen Schädel aus Knorpel, aber keine richtige Wirbelsäule. Ganz so einfach ist es aber nicht: 2011 fanden Forschende bei einer japanischen Art kleine wirbelähnliche Knorpelstückchen. Vermutlich haben Schleimaale ihre Wirbel also im Lauf der Evolution größtenteils verloren.
Schleimaale haben keine Kiefer, sondern zwei Reihen hornartiger Zähnchen. Und sie können Nährstoffe direkt über die Haut aufnehmen.
Ein Fisch, der sich verknotet, Gegner einschleimt und mit der Haut frisst: Gegen den wirkt jedes Filmmonster ziemlich harmlos.