Wie findest du diesen Fakt?
Zombies gibt es wirklich. Sie sind nur ziemlich klein, haben sechs Beine und leben im Regenwald. Der Pilz Ophiocordyceps unilateralis befällt Rossameisen und übernimmt die Kontrolle über ihr Verhalten.
Ein Biss mit Ansage
Eine infizierte Ameise verlässt ihre Kolonie und ihre gewohnten Wege. Sie klettert an einer Pflanze hoch und beißt sich an der Hauptader auf der Unterseite eines Blattes fest. Forschende nennen das den „Todesbiss“.
Dabei ist nichts dem Zufall überlassen. In einer Studie aus einem Regenwald in Thailand hingen die toten Ameisen rund 25 Zentimeter über dem Boden. Den letzten Biss setzten sie meist um die Mittagszeit, bis zum Sonnenuntergang waren sie tot. Der Platz scheint ideal für den Pilz zu sein: schattig und feucht genug, damit er wachsen kann.
Dann kommt der gruseligste Teil. Aus dem Kopf der Ameise wächst ein Stiel, an dessen Spitze Sporen reifen. Die rieseln auf den Waldboden, wo die nächsten Ameisen unterwegs sind. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Ein Fossil aus Hessen
Wie lange gibt es diesen Trick schon? Die Antwort fand ein Team um den Biologen David Hughes in der Grube Messel in Hessen. Dort entdeckten sie ein fossiles Blatt mit genau den typischen Narben, die der Todesbiss an der Blattader hinterlässt.
Das Blatt ist 48 Millionen Jahre alt. Damit ist es nach Angaben der Forschenden der älteste bekannte Beleg dafür, dass ein Parasit das Verhalten seines Wirts steuert. Die Studie erschien 2010 im Fachjournal Biology Letters.
Der Zombiepilz hat sogar ein Videospiel inspiriert. Neil Druckmann, kreativer Kopf hinter „The Last of Us“, fand die Idee laut NPR in der BBC-Doku „Planet Earth“, die zeigt, wie ein Cordyceps-Pilz Insekten befällt.
Keine Sorge, Menschen stehen nicht auf dem Speiseplan. Der Pilz ist auf seine Ameisen spezialisiert und hat für sie offenbar seit Jahrmillionen einen festen Fahrplan.