Wie findest du diesen Fakt?
Der Goldfisch dreht seine Runde im Glas und freut sich jedes Mal neu über dieselbe Plastikpflanze. So erzählt es zumindest der Mythos vom Drei-Sekunden-Gedächtnis. Mit echten Fischen hat das wenig zu tun.
Mindestens drei Monate
Laut dem Wissenschaftsmagazin „How It Works“ halten Erinnerungen bei Goldfischen mindestens drei Monate. Forscher haben Goldfische und andere Fische darauf trainiert, durch Labyrinthe zu schwimmen, auf Licht- und Tonsignale zu reagieren und jeden Tag zur gleichen Zeit an dieselbe Futterstelle zu kommen.
Wer jemals Fische gefüttert hat, kennt das: Kaum geht der Deckel auf, drängelt sich die ganze Truppe an der Oberfläche. Das ist kein Zufall, sondern gelerntes Verhalten.
Der Lautsprecher im Meer
Ein Versuch aus Israel zeigt besonders schön, wie lange so etwas hält. Forscher spielten Fischen auf einer Fischfarm einen Monat lang einen Ton über einen Unterwasserlautsprecher vor, jedes Mal zusammen mit Futter. Bald versammelten sich die Fische beim Ton von selbst am Lautsprecher.
Dann ließen die Forscher die Fische frei ins offene Meer. Monate später spielten sie den Ton wieder ab, und die Fische kamen zurück zum Lautsprecher. Laut „Practical Fishkeeping“ erinnerten sie sich vier bis fünf Monate lang daran.
Bonusfakt: In einem anderen Versuch lernten Goldfische, Bereiche im Becken zu meiden, in denen sie einen leichten Stromschlag bekommen hatten. Sie mieden sie mindestens 24 Stunden lang.
Warum hält sich der Mythos dann so hartnäckig? „How It Works“ vermutet einen bequemen Grund: Wer glaubt, dass ein Fisch alles sofort vergisst, hat weniger schlechtes Gewissen bei einem kleinen, leeren Glas.
Der Goldfisch weiß also ziemlich genau, wann es Futter gibt. Und vermutlich auch, wer es regelmäßig vergisst.