Wie findest du diesen Fakt?
„Selbst Einstein ist in Mathe durchgefallen.“ Der Satz hat schon vielen Schülern Mut gemacht. Schade nur, dass er nicht stimmt.
Die Zeitungsmeldung von 1935
Laut dem Einstein-Biografen Walter Isaacson tauchte die Behauptung sogar in einer Kolumne der Reihe „Ripley’s Believe It or Not!“ auf. Die Überschrift lautete sinngemäß: „Größter lebender Mathematiker ist in Mathematik durchgefallen.“
1935 zeigte ein Rabbi in Princeton Einstein den Zeitungsausschnitt. Einstein lachte. Er sei nie in Mathe durchgefallen, sagte er, und habe Differential- und Integralrechnung schon vor seinem 15. Lebensjahr beherrscht.
Ein Sommer voller Geometrie
Die Schulzeugnisse geben ihm recht. In der Grundschule war er Klassenbester und weit über dem, was im Fach Mathe verlangt wurde. Mit zwölf Jahren brachte er sich in den Sommerferien Geometrie und Algebra selbst bei, mit Lehrbüchern, die seine Eltern schon vorab gekauft hatten. Er rechnete die Beweise durch und dachte sich einen eigenen Beweis für den Satz des Pythagoras aus.
Ganz ohne Stolperstein lief es trotzdem nicht. Als er sich an der Polytechnischen Schule in Zürich bewarb, war er zwei Jahre jünger als die anderen Bewerber. In Mathe und Physik schnitt er gut ab, in den anderen Fächern nicht. Deshalb wurde er zunächst nicht aufgenommen und machte erst noch die Schule im Kanton Aargau fertig.
Bonusfakt: 1896 drehte der Aargau seine Notenskala um, sodass die 1 plötzlich die schlechteste Note war. Laut „Ripley’s“ könnte das dazu beigetragen haben, dass später jemand gute Noten für schlechte hielt.
Der Mythos lebt trotzdem weiter. Laut Isaacson lieferte eine Google-Suche danach schon 2007 über 500.000 Treffer.
Wer also eine schlechte Mathenote hat, braucht eine andere Ausrede. Einstein ist dafür leider nicht zu haben.