Wie findest du diesen Fakt?
Bei den Azteken denkt man an Pyramidentempel, Federschmuck und eine uralte Hochkultur. Bei Oxford an Studis mit Talar und Bibliotheken voller Bücher. Gefühlt liegen da Welten dazwischen. Tatsächlich ist es andersherum, als du vielleicht denkst: Die Universität Oxford ist älter als das Aztekenreich.
Oxford: Unterricht seit dem 11. Jahrhundert
Ein genaues Gründungsdatum hat Oxford nicht. Aber schon um 1096 wurde dort nachweislich unterrichtet. Richtig Fahrt nahm die Sache 1167 auf: Der englische König Heinrich II. verbot Engländern, an der Universität von Paris zu studieren. Viele Gelehrte zogen daraufhin nach Oxford.
Die ersten Colleges, University, Balliol und Merton, entstanden zwischen 1249 und 1264. Oxford gilt heute als älteste Universität der englischsprachigen Welt.
Tenochtitlan: gegründet um 1325
Die Azteken gründeten ihre Hauptstadt Tenochtitlan erst um 1325, auf Inseln im Texcoco-See, dort, wo heute Mexiko-Stadt liegt. Zu diesem Zeitpunkt wurde in Oxford also schon seit über 200 Jahren gelehrt.
Und das Reich selbst? Tenochtitlan schloss sich mit den Städten Texcoco und Tlacopán zu einem Bündnis zusammen und wurde erst im späten 15. Jahrhundert zur Hauptstadt des Aztekenreichs. Da war Oxford längst eine etablierte Institution mit mehreren Colleges.
Groß war Tenochtitlan trotzdem
Jung heißt nicht klein. Tenochtitlan wuchs durch künstlich angelegte Inseln zu einer riesigen Stadt mit Dämmen zum Festland. Für das Jahr 1519 schätzt man die Bevölkerung auf etwa 400.000 Menschen. Damit war sie die größte Siedlung, die es in Mesoamerika je gegeben hatte.
Der Grund, warum uns das überrascht: Wir sortieren Kulturen nach „alt“ und „modern“, nicht nach Jahreszahlen. Die Azteken wirken exotisch und fern, Oxford vertraut. Mit dem tatsächlichen Alter hat das wenig zu tun.
Frauen konnten in Oxford erst ab 1920 vollwertige Mitglieder der Universität werden.
Geschichte läuft eben nicht nacheinander ab, sondern überall gleichzeitig.