Wie findest du diesen Fakt?
Hunde jagen Bällen hinterher. Katzen spielen mit Wollknäueln. Und Hummeln? Die rollen auch Bälle, und zwar ganz ohne Gegenleistung.
Ein Umweg, den keiner brauchte
Forschende der Queen Mary University of London und der Universität Oulu in Finnland bauten eine Arena für 45 Hummeln. Die Tiere konnten einen freien Weg direkt zum Futterplatz nehmen oder einen Umweg durch Bereiche mit kleinen Holzbällen machen.
Und sie nahmen den Umweg: Einzelne Tiere rollten die Bälle zwischen 1 und 117 Mal. Es gab keine Zuckerbelohnung und kein Training, und laut CBC hatten die Hummeln sowieso unbegrenzt Zuckerlösung und Pollen.
Macht das den Hummeln wirklich Spaß?
Um das herauszufinden, folgte ein zweites Experiment mit 42 anderen Hummeln. Sie hatten Zugang zu zwei Kammern in unterschiedlichen Farben: eine mit beweglichen Bällen, eine ganz ohne Gegenstände. Später durften sie zwischen zwei Kammern in diesen Farben wählen, diesmal beide ohne Bälle. Sie bevorzugten die Farbe, die sie mit den Bällen verbunden hatten. Das spricht dafür, dass sich das Rollen für sie lohnend anfühlte.
Ein paar weitere Details passen gut zu Spielen. Jüngere Hummeln rollten mehr Bälle als ältere, und Männchen rollten länger als Weibchen. Das Rollen half weder bei der Futtersuche noch beim Aufräumen oder bei der Partnersuche, und es passierte unter stressfreien Bedingungen. Die Studie erschien 2022 in der Fachzeitschrift Animal Behaviour unter dem Titel „Do bumble bees play?“.
Lars Chittka von der Queen Mary University of London fasste es so zusammen: „Diese Forschung ist ein starker Hinweis darauf, dass der Geist von Insekten weit raffinierter ist, als wir es uns vielleicht vorstellen.“
Bonusfakt: Die Idee stammt aus einem früheren Experiment, in dem Hummeln darauf trainiert wurden, einen Ball für eine Zuckerbelohnung zu einem Ziel zu rollen. Dabei rollten manche Tiere die Bälle auch dann, wenn es gar keine Belohnung gab.
Fleißig wie eine Biene? Für eine kleine Runde Ballspiel ist offenbar trotzdem Zeit.