Wie findest du diesen Fakt?
„Den Kopf in den Sand stecken“ heißt: Probleme ignorieren und hoffen, dass sie weggehen. Das Vorbild ist der Strauß. Nur macht der Strauß das gar nicht.
Was wirklich im Sand passiert
Strauße bauen keine Nester. Stattdessen graben sie Mulden in den Sand und legen ihre Eier hinein. Beide Eltern kümmern sich ums Brüten und wenden die Eier dabei regelmäßig mit dem Schnabel. Dafür muss der Kopf tief nach unten, in die Mulde hinein.
Von Weitem sieht das genau so aus, als würde der Vogel seinen Kopf im Boden versenken. Dazu kommt: Der Kopf eines Straußes ist im Vergleich zum riesigen Körper winzig. Senkt er ihn zum Grasen, scheint er einfach zu verschwinden.
Ducken statt verstecken
Wird ein Strauß bedroht, legt er sich manchmal flach hin und drückt Kopf und Hals auf den Boden. So verschmilzt er besser mit der Umgebung und ist schwerer zu erwischen. Das ist eine clevere Tarnung, aber kein Kopf im Sand.
Meistens wählt er ohnehin eine andere Strategie: wegrennen. Laut „Science World“ sprinten Strauße bis zu 70 Kilometer pro Stunde und halten ihr Spitzentempo bis zu einer halben Stunde.
Bonusfakt: Strauße legen die größten Eier aller Vögel und haben die größten Augen aller Landtiere.
Woher der Mythos stammt, ist nicht ganz klar. Laut der McGill University reicht er zurück bis ins alte Rom. Seitdem hat das Bild den Vogel nicht mehr losgelassen.
Der Strauß ist also kein Feigling, sondern ein Elternteil bei der Arbeit. Mit Sand im Schnabel und 70 Sachen in den Beinen.