Wie findest du diesen Fakt?
Nach dem Essen beim Chinesen kommt der Glückskeks, das gehört irgendwie dazu. Nur: Mit China hat der Keks ursprünglich wenig zu tun. Seine Wurzeln liegen in Japan, groß geworden ist er in Kalifornien.
Spur nach Kyoto
Eine japanische Forscherin hat sich auf Spurensuche gemacht. Laut Smithsonian Magazine fand sie in der Nähe eines Shinto-Schreins bei Kyoto Familienbäckereien, die seit Generationen „Tsujiura Senbei“ backen, übersetzt etwa „Glückscracker“. Die sind größer und brauner als die Version, die du kennst, und schmecken nach Sesam und Miso. Der Zettel steckt nicht innen, sondern klemmt außen in der Falte.
Ein japanischer Holzschnitt von 1878 zeigt laut Smithsonian Magazine sogar schon einen Bäcker, der solche Kekse auf einem Grill von Hand herstellt.
Von San Francisco in die Welt
Nach Amerika kam der Keks mit japanischen Einwanderern. Laut dem National Museum of American History gründete Suyeichi Okamura 1906 in San Francisco die Konditorei Benkyodo. Sie belieferte den Japanischen Teegarten im Golden Gate Park mit Glückskeksen. Gebacken wurde mit speziellen Handformen.
Dann kam der Zweite Weltkrieg. Japanischstämmige Menschen in Kalifornien wurden in Lager gebracht, viele japanische Bäckereien mussten schließen. Chinesische Unternehmer füllten die Lücke, backten selbst Glückskekse und verkauften sie an chinesische Restaurants. Diese Verbindung ist bis heute geblieben, und so wurde der Keks in der ganzen Welt als „chinesisch“ bekannt.
Laut Smithsonian Magazine entschied ein Richter 1983 in einem Streit um die Herkunft, dass der moderne Glückskeks vor dem Ersten Weltkrieg in San Francisco entstanden ist.
Ein Keks mit Identitätskrise
Wer genau den allerersten Glückskeks in Amerika gebacken hat, ist bis heute umstritten. Klar ist nur die grobe Richtung: von Japan über Kalifornien in die chinesischen Restaurants der Welt.
Der Spruch in deinem Keks hat also schon eine längere Reise hinter sich als du nach dem Essen.