Wie findest du diesen Fakt?
Auf manchen digitalen Karten taucht mitten im Atlantik ein Ort auf, an dem sich erstaunlich viel tummelt: Fotos, Adressen, Fitness-Daten. Der Ort heißt Null Island. Das Problem: Es gibt ihn nicht.
Der Nullpunkt der Welt
Wo sich der Äquator und der Nullmeridian kreuzen, liegt der Punkt mit den Koordinaten 0° Nord, 0° Ost. Er befindet sich im Golf von Guinea vor der Küste Westafrikas. Laut Big Think ist das nächste Land, Ghana oder São Tomé, rund 650 Kilometer entfernt. Dort ist nichts als offenes Meer.
Trotzdem landen dort ständig Daten. Der Grund ist ein typischer Programmierfehler: Wenn eine Software eine Adresse nicht in Koordinaten umwandeln kann, etwa wegen eines Tippfehlers im Straßennamen oder einer Hausnummer, die es nicht gibt, kommt manchmal einfach „0,0“ heraus. Und weil 0,0 ein echter Punkt auf dem Globus ist, wird der Eintrag genau dort eingezeichnet.
Eine Insel für Fehler
Um solche Fehler leichter zu erkennen, bekam der Punkt einen Namen. Laut Atlas Obscura nahm der freie Kartendatensatz Natural Earth „Null Island“ spätestens 2011 auf. Seitdem ist die Insel, die keine ist, ein Insider-Witz unter Kartografen und Datenanalysten.
Ganz leer ist der Ort übrigens nicht. Genau bei 0° Nord, 0° Ost schwimmt eine Messboje mit der Nummer 13010 und dem Spitznamen „Soul“. Sie misst Wetter- und Meeresdaten und gehört zu einem Messnetz namens PIRATA.
Bonusfakt: Laut Big Think ist die Boje in etwa 5 Kilometern Wassertiefe verankert. Sie ist eine von 17 Bojen, die seit 1997 im tropischen Atlantik messen.
Null Island ist also gleichzeitig nirgendwo und einer der vollsten Orte der digitalen Welt.
Wer irgendwann ein Foto von sich mitten im Atlantik in einer App findet, weiß jetzt Bescheid: Willkommen auf Null Island.