Wie findest du diesen Fakt?
Grenzen stellt man sich als Linie vor, die zwei Länder trennt. In Baarle ist es eher ein Flickenteppich. Wer hier vom Sofa zum Kühlschrank geht, wechselt unter Umständen das Land.
Ein Ort, zwei Länder
Baarle liegt an der Grenze zwischen Belgien und den Niederlanden und besteht eigentlich aus zwei Gemeinden: dem belgischen Baarle-Hertog und dem niederländischen Baarle-Nassau. Das Besondere: Baarle-Hertog besteht aus 22 kleinen belgischen Enklaven, die mitten in den Niederlanden liegen. Und in manchen davon liegen wieder Stückchen der Niederlande.
Laut „The Brussels Times“ gibt es deshalb zwei Rathäuser, zwei Postämter, zwei Feuerwachen und sogar zwei Rechtssysteme. Die Grenzlinien sind mit Reihen kleiner weißer Kreuze markiert, damit man überhaupt den Überblick behält.
Ein Haus, zwei Hausnummern
Manche Grenzen laufen mitten durch Gebäude. In der Straße Loveren steht ein Haus, dessen Wohnzimmer in den Niederlanden liegt und dessen Küche in Belgien. Es hat zwei Türklingeln und zwei Hausnummern: Loveren 2 für den belgischen Teil und Loveren 19 für den niederländischen.
An jedem Haus hängt zudem eine Flagge, die zeigt, ob es niederländisch oder belgisch ist. Laut „The Brussels Times“ sind nämlich selbst die Briefträger vor Ort verwirrt.
Bonusfakt: Je nach Zählweise kommt man auf noch mehr Stückchen. „Dutch Genealogy“ zählt insgesamt 30 Enklaven: 22 belgische und 8 niederländische.
Wie konnte das passieren? Das Durcheinander geht auf mittelalterliche Verträge zurück, in denen Landstücke zwischen den Herren von Breda und dem Herzog von Brabant hin- und hergeschoben wurden. Endgültig festgelegt wurden die Grenzen erst im Vertrag von Maastricht 1843.
In Baarle braucht man keinen Reisepass, um ins Ausland zu kommen. Manchmal reicht der Weg zur Kaffeemaschine.