Wie findest du diesen Fakt?
Heute um 12 Uhr ist es wieder so weit: Der Münchner Oberbürgermeister haut im Schottenhamel-Festzelt den Zapfhahn ins erste Fass und ruft „O’zapft is!“. Klingt nach uralter Tradition. Tatsächlich gibt es das Ritual erst seit 1950.
Ein Bürgermeister mit wenig Übung
Laut der Stadt München wurde die Tradition am 16. September 1950 begründet, vom damaligen Oberbürgermeister Thomas Wimmer. Elegant war die Premiere nicht. Wie viele Schläge Wimmer brauchte, bis endlich Bier floss, ist nicht einmal ganz klar: Die Stadt und das offizielle Oktoberfest-Portal nennen 17 Schläge, die Münchner Abendzeitung schreibt von 19. Einig sind sich alle: Es waren ziemlich viele.
Auch warum ausgerechnet das Schottenhamel-Zelt zum Schauplatz wurde, ist laut Stadt „nicht zweifelsfrei geklärt“. Eine Erzählung geht so: Wimmer hatte kurz zuvor auf der Theresienhöhe eine Messe eröffnet, es regnete, die Zeit war knapp, und er nahm den kürzesten Weg ins nächste Zelt. Das Oktoberfest-Portal betont, dass nicht hinreichend belegt ist, ob es so war oder ob das eher eine Legende ist.
Rekord: zwei Schläge
Seine Nachfolger wurden mit der Zeit geschickter. Die Bestmarke liegt bei zwei Schlägen, die sich die Alt-Oberbürgermeister Christian Ude und Dieter Reiter teilen. Ude brauchte laut Abendzeitung bei seiner Premiere 1993 allerdings noch sieben.
Seit 1980 bekommt außerdem traditionell der bayerische Ministerpräsident die erste frisch gezapfte Maß, überreicht vom Oberbürgermeister.
Auch der Spruch ist nicht unfallsicher: Erich Kiesl vergaß den Ruf laut Abendzeitung bei seinem ersten Anstich ganz. Beim nächsten Mal rief er „Izapft os!“.
Wenn heute also ein Schlag danebengeht: Das gehört seit 1950 zur Tradition.