Wie findest du diesen Fakt?
Wer heute durch das Isabella Stewart Gardner Museum in Boston geht, sieht an manchen Wänden: nichts. Nur einen goldenen Rahmen ohne Bild. Das ist kein Kunstkonzept, sondern die Erinnerung an den größten ungelösten Kunstraub der USA.
Die Nacht nach dem St. Patrick’s Day
Kurz nach Mitternacht am 18. März 1990 klingelten zwei Männer in Uniformen der Bostoner Polizei an der Museumstür. Sie seien wegen eines Notrufs da, sagten sie. Ein Wachmann ließ sie herein. Ein Fehler, wie sich herausstellte.
Die falschen Polizisten blieben 81 Minuten im Haus. Danach fehlten 13 Kunstwerke, zusammen mehr als 500 Millionen Dollar wert. Darunter Rembrandts einziges bekanntes Seestück, „Christus im Sturm auf dem See Genezareth“ von 1633, und Vermeers „Das Konzert“, eines von nur rund 36 bekannten Gemälden des Malers. Dazu kam ein Bild von Manet.
Zehn Millionen Dollar Belohnung
Seitdem hat niemand die Bilder wieder gesehen. 2017 verdoppelte das Museum die Belohnung für Hinweise, die zur Rückgabe führen, von fünf auf zehn Millionen Dollar. Gefunden wurde trotzdem nichts.
Und die leeren Rahmen? Die hängen noch. Isabella Stewart Gardner hatte in ihrem Testament festgelegt, dass ihre Sammlung so bleiben soll, wie sie sie eingerichtet hat. Also bleiben auch die Rahmen dort, wo die Bilder hingehören, als Platzhalter für die Rückkehr.
Bonusfakt: Die Diebe nahmen nicht nur Gemälde mit. Laut „Hyperallergic“ gehören zu den 13 gestohlenen Objekten auch fünf Werke von Degas.
Der Fall ist eines der größten Rätsel der Kunstwelt. Es gibt Theorien und Spekulationen, aber keine Bilder.
Ein Museum, das seine Lücken ausstellt. Irgendwie das ehrlichste Exponat im ganzen Haus.