Wie findest du diesen Fakt?
Ein Fälscher muss an alles denken: die Leinwand, den Rahmen, den Stil, die Geschichte des Bildes. Wolfgang Beltracchi dachte an fast alles. Ein kleines Detail wurde ihm trotzdem zum Verhängnis.
Ein Ehepaar täuscht die Kunstwelt
Wolfgang Beltracchi und seine Frau Helene fälschten jahrzehntelang Gemälde berühmter Künstler. Laut einem Bericht des US-Senders CNN behauptete Beltracchi später, rund 300 Fälschungen im Stil von etwa 50 Künstlern gemalt zu haben.
Er kopierte dabei keine bekannten Bilder. Stattdessen erfand er neue Werke, die so aussahen, als hätte der Künstler sie wirklich gemalt. Laut CNN gaben die beiden die Bilder als Teil der Sammlung von Helenes Großvater aus.
Verraten von einer Farbe
Eines dieser Bilder war das „Rote Bild mit Pferden“, angeblich von dem Maler Heinrich Campendonk und von 1914. Laut CNN wurde es für 2,8 Millionen Euro verkauft.
Doch bei einer Untersuchung fanden Fachleute darin Titanweiß. Diese weiße Farbe gab es 1914 noch nicht zu kaufen. Das Bild konnte also gar nicht aus dieser Zeit stammen.
Laut dem Wirtschaftsmagazin MoneyWeek fand man das Pigment auch in einem angeblichen Max Ernst. Dessen Besitzer, der französische Verleger Daniel Filipacchi, hatte dafür 7 Millionen US-Dollar bezahlt.
Bonusfakt: Laut CNN war Beltracchi das Zinkweiß ausgegangen. Er kaufte ein niederländisches Pigment, auf dem nicht stand, dass es Titan enthielt. Ein einziger Farbeinkauf beendete eine jahrzehntelange Karriere.
2011 wurden die Beltracchis verurteilt. Laut CNN bekam Wolfgang Beltracchi sechs Jahre Haft, seine Frau vier Jahre. Verurteilt wurden sie wegen 14 Fälschungen, obwohl es vermutlich viel mehr waren.
Bis heute hängen vielleicht noch Beltracchis in Museen oder Sammlungen, ohne dass es jemand weiß. Ein ziemlich unheimlicher Gedanke für alle, die viel Geld für Kunst bezahlt haben.