Wie findest du diesen Fakt?
Du hast es bestimmt schon mal gehört: Kamele tragen ihren Wasservorrat im Höcker mit sich herum. Klingt logisch, ist aber falsch. Im Höcker steckt Fett, zusammengehalten von Bindegewebe. Er ist eine Vorratskammer für Energie, kein Tank zum Nachfüllen.
Ein Rucksack voller Energie
Ein Höcker kann bis zu 80 Pfund Fett speichern, also gut 36 Kilo. Findet das Tier lange nichts zu fressen, zehrt es von diesem Vorrat, und der Höcker schrumpft sichtbar. Frisst es wieder genug, wird er wieder prall.
Beim Abbau des Fetts entsteht zwar chemisch sogar etwas Wasser. Weil das Tier dafür aber mehr atmen muss und dabei Feuchtigkeit über die Lunge verliert, bleibt unterm Strich kein Plus. Der eigentliche Trick der Kamele ist ein anderer: Sie sparen extrem gut.
Profis im Wassersparen
Ein Dromedar lässt seine Körpertemperatur über den Tag schwanken, von etwa 34 Grad am Morgen auf rund 40 Grad und mehr am Abend. Es fängt also erst spät an zu schwitzen und verliert dadurch viel weniger Wasser.
Dazu kommt eine enorme Toleranz gegen Austrocknung. Die meisten Säugetiere geraten schon bei einem Wasserverlust von etwa 12 bis 15 Prozent ihres Körpergewichts in Lebensgefahr. Kamele stecken ein Viertel bis ein Drittel weg. Ihre roten Blutkörperchen sind außerdem oval statt rund, eine Besonderheit unter Säugetieren. So kann das Blut auch bei Wassermangel weiter fließen.
Das Ergebnis: Ein Dromedar kann selbst bei großer Hitze mit einem Schluck alle 10 Tage auskommen.
Und dann wird nachgetankt
Wenn ein Kamel dann an Wasser kommt, wird es ernst. Es kann rund 100 Liter in nur 10 Minuten trinken. Für die meisten anderen Säugetiere wäre so eine Menge in so kurzer Zeit lebensgefährlich.
Bei einem Sandsturm können Dromedare ihre Nasenlöcher verschließen, damit kein Sand eindringt.
Der Höcker ist also kein Wassertank, sondern die Speisekammer für schlechte Zeiten. Den Durst regeln Kamele mit Physiologie statt mit Gepäck.